Energiepass und kaltes Wetter nutzen BayWa

- München - Nach dem extrem schlechten ersten Quartal hat der Münchner Agrargroßhändler BayWa bis Ende September Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. "Wir werden den Gesamt-Umsatz zum Jahresende von 6,1 Milliarden Euro im letzten Jahr übertreffen", sagte Wolfgang Deml, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG, zuversichtlich. Beim Ergebnis wolle BayWa wie geplant mehr als 45 Millionen Euro erzielen, "trotz Unwägbarkeiten auf den Märkten und in der Politik."

Das Agrargeschäft - nach wie vor der größte Bereich - lief verhalten. Nach der Rekordernte im vergangenen Jahr lag heuer die wegen Regen verzögerte Ernte 15 Prozent niedriger und war auch von schlechterer Qualität.

Die Sparte Baustoffe entwickelte sich besser als die Branche mit ihrem durchschnittlich sieben Prozent Umsatzrückgang. Hier kam BayWa die Konzentration auf Sanierung, Ausbau und Wärmedämmung zugute. Positiv wirke sich auch die Energieeinsparverordnung aus. Derzeit habe BayWa 66 Energiefachberater, die gegen die Gebühr von 250 Euro den Energiepass ausstellen. Deml rechne damit, dass in Deutschland jährlich zwei Millionen davon ausgestellt werden. Als Folge werde auch das Geschäft mit der Wärmedämmstoffen und neuen Heizungen belebt.

Weiter steigt auch der Verkauf von Heizöl und Holzpellets an. Die Kaufzurückhaltung wegen der unverändert hohen Ölpreise wurde aufgegeben: "Die Verbraucher müssen vor der Kälteperiode Heizöl auffüllen."

Der erst im Jahr 2000 begonnene Verkauf von Holzpellets entwickle sich dynamisch. Dieses Jahr setzte BayWa bereits 16 000 Tonnen in Deutschland und 55 000 Tonnen im Holzland Österreich ab. Für 2006 plane der Konzern eine Verdoppelung des Absatzes auf 120 000 Tonnen.

Nach dem Verkauf des in München und Umgebung tätigen Volvo-Autohauses Karl Theis konzentriert BayWa seinen Autohandel auf Württemberg. In Sauerlach wurde eine Agrar-Station neu eröffnet, 16 Standorte wurden geschlossen. 10 mussten aufgrund von Kartellamtsauflagen abgegeben werden.

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