Energiepreise: Ende der Erhöhungen nicht in Sicht

- München - Die Energie-Preisspirale schraubt sich weiter nach oben - und ein Ende ist nicht abzusehen. Während die Verbraucher noch über die jüngsten Erhöhungen stöhnen, sind die nächsten offenbar schon in Sicht. Laut einer Studie der internationalen Beratungsfirma Russell Reynolds Associates im Auftrag der "Financial Times Deutschland" (FTD) erwarten die heimischen Strom- und Gasversorger für die nächsten zwei Jahre steigende Preise für alle Energiearten.

Schon zum Jahreswechsel kommen auf die Verbraucher höhere Strom- und Gaskosten zu. Wäre es nach den Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) in Oberbayern gegangen, müssten die Kunden bis zu 9,4 Prozent mehr bezahlen. Dem schob die Regierung von Oberbayern allerdings einen Riegel vor.

 "Genehmigt wurde im Durchschnitt eine Steigerung um 3,9 Prozent", teilte die Regierung mit. Das bedeute eine durchschnittliche Kürzung um 0,25 Cent pro Kilowattstunde gegenüber den Anträgen. Die Verbraucher, so heißt es weiter, sparen insgesamt jährlich etwa sechs Millionen Euro. Ein schwacher Trost angesichts der Umfrageergebnisse der Beratungsfirma. Beteiligt hatten sich daran 32 Unternehmen, darunter auch Tochterunternehmen der vier führenden deutschen Versorgungskonzerne Eon, RWE, Energie Baden-Württemberg und Vattenfall Europe.

"Mittel- und längerfristig muss man sich auf ein hohes Preisniveau mit weiter steigender Tendenz einrichten", zitiert die Financial Times einen führenden Versorger. Und das nicht nur bei Strom oder Gas. Laut FTD sind die Preise pro Liter Benzin oder Diesel 2005 durchschnittlich um 14 Cent gestiegen. Reinier Zwitserloot, Vorstandschef des Kasseler Öl- und Gasförderers Wintershall, erklärte gegenüber der FTD: "Der Ölpreis wird sich auch 2006 auf hohem Niveau bewegen".

Unternehmen und Verbraucher reagieren mit Sparsamkeit auf die hohen Energiekosten. Das Öl- und Gasunternehmen Exxon-Mobil berechnete, dass der Verbrauch von Primärenergie 2005 um mehr als ein Prozent unter dem Verbrauch des Vorjahres liegt. In erster Linie wurde beim Mineralöl gespart. Der Absatz von Mineralölprodukten sank um zwei Prozent auf 111,3 Millionen Euro. Vor allem bei den Otto-Kraftstoffen wurde kräftig gespart. Grund dafür ist der hohe Anteil an Dieselfahrzeugen. Bei den Neuzulassungen machen sie laut Exxon-Mobil nunmehr über 40 Prozent aus. Zum anderen werde viel im Ausland getankt.

Der Absatz beim zweitwichtigsten Energieträger Gas stagnierte. Auch daran dürften die hohen Preise schuld sein. Gewinner sind nur Wasser und Windkraft mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent. Exxon-Mobil führt das allerdings allein auf die hohen Subventionen zurück.

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