Energiepreise treiben Arme in Not - Viele Menschen sparen am Essen

München/Lauf - Wegen steigender Energie- und Heizkostenpreise geraten nach Erkenntnissen der Caritas in Bayern immer mehr Menschen in Not. Inzwischen kämen viele Ratsuchende in die Beratungsstellen, die am Essen sparten, um ihre Strom-, Wasser- und Heizkostenrechnungen bezahlen zu können, berichtete der Caritas- Landesverband Bayern in Lauf (Lkr. Nürnberger Land).

Nach der Erfahrung von Landes-Caritasdirektor Prälat Karl-Heinz Zerrle sind darunter viele Empfänger von Arbeitslosengeld II. "Die 347 Euro haben schon bisher nicht gereicht. Wenn nun die Energie- und Lebensmittelkosten weiter steigen, ist das für unsere Leute eine Katastrophe", warnte Zerrle.

Der Caritas-Chef verlangte neben einer Anhebung des Arbeitslosengeldes II auf 420 Euro zugleich einen höheren Regelsatz für Kinder. Dieser müsse monatlich mindestens um 50 Euro steigen, um auch die Kosten für Schulhefte und Stifte abdecken zu können. In Ganztagsschulen sollte Essen kostenlos sein.

Der Geschäftsführer des Caritasverbandes Kreis Nürnberger Land, Michael Groß, berichtete, in den vergangenen Tagen sei eine alleinerziehende Mutter bei ihm gewesen. "Sie hatte wochenlang nur Nudeln und Reis gegessen, um über die Runden zu kommen. Ohne kostenlose Lebensmittel hätte sie wahrscheinlich hungern müssen", berichtete Groß. Nur so habe sie Geld für die Strom- und Wasserrechnung sparen können. Sie habe verhindern wollen, dass ihr erneut Strom und Wasser abgestellt werden.

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