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Energiesparen: Einzelhandel will Beleuchtung reduzieren und Türen schließen

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Schild mit Aufschrift geöffnet einfach hereinkommen hängt in der Eingangstür eines Geschäfts
Ein Schild an einer Eingangstür weist darauf hin, dass geöffnet ist (Symbolbild) © IMAGO / Ralph Peters

Der Einzelhandel in Deutschland plant verschiedene Maßnahmen, um Energie und die entsprechenden Kosten einzusparen.

Berlin in Deutschland - Die Beleuchtung werde reduziert, Türen sollten nicht dauerhaft offenstehen, teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag mit. Damit nicht bei geschlossenen Ladentüren weniger Kundinnen und Kunden ins Geschäft kämen, wolle der Einzelhandel ihnen mit Plakaten zeigen: "Türen zu, Geschäft offen".

Händlerinnen und Händler können die Plakate laut Verband herunterladen und selbst ausdrucken. Sie können sie auch beim HDE bestellen oder bei einigen Landesverbänden auch abholen.

Am 1. September soll die Energieeinsparverordnung der Bundesregierung in Kraft treten. Laut Entwurf der Verordnung ist dem Einzelhandel dann vorgeschrieben, Türen und Fenster nicht dauerhaft offenstehen zu lassen. Schaufenster dürfen demnach von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens nicht beleuchtet werden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bekräftigte am Montag nochmals, dass Deutschland einen "sehr kritischen Winter vor der Nase" habe. In einer politischen und gesellschaftlichen Kraftanstrengung müsse Energie eingespart werden. "Wir müssen uns alle unterhaken und richtig anstrengen."

Die Energieeinsparverordnung sei "auf den letzten Metern". Habeck nannte daraus die Vorgabe, dass die Schaufensterbeleuchtung nachts ausgeschaltet werden muss. Öffentliche Gebäude würden nicht mehr beleuchtet, Denkmäler nicht mehr angestrahlt. Private Pools dürften nicht mehr beheizt werden. Das Kabinett will die Verordnung Medienberichten zufolge am Mittwoch beschließen. ilo/bk

Edenhofer warnt für den Winter vor Versorgungskrise bei Strom

Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer warnt für den Winter vor einer "Versorgungs- und Sicherheitskrise" im Strombereich. Als Ursachen nannte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in der Funke Mediengruppe die "großen Ausfälle von Kernkraft in Frankreich, die ausgetrockneten Flüsse, über die kaum noch Kohle zu den Kraftwerken gelangt, und die steigenden Strompreise".

In dieser Lage zeigte sich Edenhofer auch offen für eine begrenzte Verlängerung von Akw-Laufzeiten. Diese sei allerdings "nur sinnvoll, wenn sie eine kurzfristige Versorgungskrise im Stromsektor verhindern hilft", stellte Edenhofer klar. Auch könne er nicht beurteilen, ob der diskutierte sogenannte Streckbetrieb funktioniere, ob ansonsten neue Brennstäbe schnell zu beschaffen seien und "ob für den Weiterbetrieb die sicherheitstechnischen Voraussetzungen gegeben sind".

Eine generell Abkehr vom Atomausstieg lehnte Edenhofer als "absurd" ab. Es gebe langfristig keine Zukunft für Kernenergie in Deutschland. "Der Ausstieg als Ganzes darf auf keinen Fall in Frage gestellt werden." Stattdessen müsse der Ausbau Erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. Genau dies stocke derzeit allerdings, kritisierte er.

Trotz der zusätzlichen Probleme wegen der Trockenheit, "bedingt durch den jetzt schon stattfindenden Klimawandel", und der Folgen des Ukraine-Krieges hält Edenhofer die deutschen Klimaziele weiterhin für erreichbar. Allerdings sei "die Lücke zwischen den Zielen und ihrer Umsetzung durch den Ukraine-Krieg noch größer geworden", sagte er den Funke-Zeitungen.

Es gebe jedoch teils gegenläufige Effekte mit Blick auf das Erreichen der Klimaziele. "Im Verkehrs- und Gebäudesektor könnte es sein, dass wir sie in diesem Jahr deshalb erreichen, weil die Öl- und Gaspreise so stark gestiegen sind", sagte der Klimaökonom.

"Und im Energiesektor verstromen wir jetzt zwar mehr Kohle", dort aber würden die Emissionen gedeckelt durch den europäischen Emissionshandel. "Solange der funktioniert, wird deshalb in Summe trotzdem nicht mehr CO2 ausgestoßen", erklärte Edenhofer. bk/ilo

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