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Umweltminister Peter Altmaier (CDU) hat bei den Kosten für die Energiewende nach Ansicht des Bundesverbandes Erneuerbare Energie übertrieben

Neue Zahlen ärgern Altmaier

Twitter-Duell über Energiewende-Kosten

Berlin - Umweltminister Peter Altmaier hat für die Energiewende Kosten in Höhe von einer Billion Euro angekündigt. Eine neue Untersuchung widerlegt diesen Betrag. Jetzt kam es zum Twitter-Duell.

Die Energiewende wird nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ vom Montag wesentlich weniger kosten als die Summe von einer Billion Euro, die Umweltminister Peter Altmaier (CDU) genannt hat. Eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy und des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) zeige, dass die direkten Kosten drastisch niedriger ausfallen. „Altmaiers Billion summiert falsche Kosten und verschweigt Erträge“, kritisierte Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy.

So habe Altmaier für die Förderung von Ökostromkraftwerken durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Betrag von 677 Milliarden Euro bis 2040 angegeben. Eine genaue Abschätzung ist der Studie zufolge schwierig. Jedoch habe das Umweltministerium selbst in einer Untersuchung die Summe von 203 Milliarden Euro direkter Mehrkosten genannt. Diese Summe - ein Drittel der von Altmaier genannten 677 Milliarden Euro - werde von den Autoren der FÖS-Untersuchung als deutlich realistischer angesehen, heißt es in dem Zeitungsbericht.

"Angebliche Studie ist mit das Dümmste, was mir untergekommen ist"

FÖS und BEE kommen zu dem Schluss, dass Altmaier die ohne Reform noch anfallenden Förderzahlungen für erneuerbare Energien viel zu hoch ansetze und Einsparungen durch den Verzicht auf Öl-, Gas- und Kohleimporte verschweige.

Altmaier setzte sich nun via Twitter zur Wehr: „Diese angebliche Studie ist mit das Dümmste, was mir in letzter Zeit untergekommen ist. Unglaublich“, schrieb er am Montag. Dem SPD-Politiker Ulrich Kelber antwortete er zur Billionenschätzung: „Ich hab die Zahl bisher nur einmal genannt zum aufrütteln. Die dumme Rechnung in der FR zwingt mich nun leider zur Antwort.“ Antwort Kelber: „Echt, Du wirst jetzt wirklich mal nachrechnen? Das ist ja super, dann wird's ja vielleicht noch seriös“.

dpa

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