Sprachkurse

Wo man am besten Englisch lernt

München - Englisch ist Weltsprache Nummer eins. Wenn es beim Sprechen hakt, kann ein Sprachkurs helfen. Doch wo gibt es den besten Unterricht? Ein Test von Stiftung Warentest zeigt: Volkshochschulen können mithalten.

Wie frage ich nochmal nach dem Weg? Und wie war das mit der richtigen Satzstellung? Mit der Zeit verblassen die Englisch-Kenntnisse aus der Schulzeit. Doch ob für die Reise oder für den Beruf – Englisch braucht man immer. Ein Sprachkurs kann das Gedächtnis wieder auffrischen. Anbieter gibt es dafür viele – von den relativ günstigen Kursen an der Volkshochschule bis zum teuren Training in einem kommerziellen Institut. Stiftung Warentest hat die Angebote genau unter die Lupe genommen.

Der Test

Geschulte Testpersonen besuchten verdeckt über drei bis fünf Monate einmal wöchentlich Kurse für Fortgeschrittene von zwölf Anbietern in ganz Deutschland: acht Volkshochschulen, Stevens English Training, Berlitz, Inlingua und Wall Street English. Bei jedem Anbieter wurden drei inhaltsgleiche Übungseinheiten geprüft. Die Tester dokumentierten das Kursgeschehen, Experten prüften die Lehrmaterialien, die Kunden-Informationen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen auf Verständlichkeit sowie Transparenz.

Das Ergebnis

Die Volkshochschulen sind viel besser als ihr Ruf. Altmodischer Unterricht? Von wegen. Außerdem sind die Kurse meistens deutlich günstiger als bei kommerziellen Anbietern wie Inlingua und Berlitz.

Zwischen 72 (Vhs Köln) und 160 Euro (Vhs Frankfurt am Main) kosten 24 bis 48 Übungseinheiten á 45 Minuten. Bei den kommerziellen Sprachschulen liegen die Preise zwischen 288 Euro (Stevens Englisch Training) und 2000 Euro bei Wall Street English. Letzteres Institut bietet allerdings eine Kombination aus Kurs und individuellem Lernen am PC an.

Wirklich überzeugen konnte dieses Konzept die Tester aber nicht. Wall Street English schnitt mit der Note „ausreichend“ am schlechtesten ab. Denn bevor Kunden überhaupt zum Training kommen dürfen, müssen sie zahlreiche eintönige Übungen am Computer und im Lehrbuch hinter sich bringen. Viele eintönige Übungen und stupides Wiederholen von Vokabeln prägten auch den Kurs selbst. Und den recht happigen Preis von 2000 Euro für drei Monate erfuhren Interessierte erst nach einem längeren Beratungsgespräch. Weder im Internet noch am Telefon gab es dazu Informationen.

Bei den kommerziellen Sprachschulen schnitt das Stevens English Training mit mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen am besten ab. Mit 288 Euro für drei Monate lag der Anbieter beim gesamten Test ganz vorn. Ein gutes Urteil verpasste er nur knapp, weil die Kursdurchführung nicht mehr als befriedigend war. Dennoch bekommt die Sprachschule mit 2,6 die beste Note der Tester.

Nur knapp dahinter reihen sich die acht geprüften Volkshochschulen mit Noten zwischen 2,7 (Vhs Berlin-Pankow) und 3,4 (Vhs Frankfurt am Main) ein. Sie überzeugten mit meist interessanten, abwechslungsreichen Kursinhalten und Übungen zum Sprechen, Schreiben und Hörverstehen. Den besten Unterricht erlebten die Tester in Dresden. Die Vhs in München bekam die Note 3,3. Dort kosten 30 Einheiten 149 Euro.

Ein Nachteil der Volkshochschulen ist aber die Kursgröße. Bis zu 20 Teilnehmer lernten gemeinsam. So ist es schwer möglich, auf Probleme Einzelner einzugehen. Diesbezüglich konnten die kommerziellen Institute mit maximal sieben Teilnehmer pro Kurs punkten.

Wichtige Tipps

Ob die Sprachschule die richtige ist, können Interessierte mit Hilfe einiger Fakten selbst relativ schnell und leicht erkennen: Der Anbieter sollte bei Kunden mit Grund- oder fortgeschrittenen Kenntnissen ein Einstufungstest anbieten. Nur so kann der geeignete Kurs – ohne Langeweile oder Überforderung – für jeden Schüler gefunden werden. Außerdem sollte man nach den Qualifikationen der Lehrkräfte fragen. Beim Beratungsgespräch müssen auch Preis und Vertragsbedingungen vernünftig geklärt werden

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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