Aus Engpass kann Not werden

- München - Trotz einer deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegenden Bautätigkeit werden in den nächsten zehn Jahren allein in München ohne den Ersatzbedarf über 100 000 zusätzliche Wohnungen benötigt. Für die Region München (Stadt und umliegende Landkreise) wird aufgrund des Beschäftigungswachstums eine höhere Zuwanderung erwartet, sodass sich die schon vorhandenen Engpässe in der Wohnungsversorgung zu einer Wohnungsnot ausweiten könnten.

"In Bayern entstehen mehr Wohnungen und stehen weniger leer als im übrigen Deutschland, besonders in München und Umgebung", sagte Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsführung der LBS Bayerische Landesbausparkasse. Doch auch in Bayern ist die Bautätigkeit gegenüber früher auf die Hälfte gesunken. Wurden 1995 noch acht Wohnungen je 1000 Einwohner gebaut, waren es im Jahr 2004 nur noch vier. Zwischen 2002 und 2015 werden zusätzlich 410 000 Haushalte Wohnungen im Freistaat nachfragen, prognostiziert das Forschungsinstitut Empirica, das im Auftrag der LBS den Wohnungsmarkt in München und Oberbayern untersuchte. In der Region München mit 2,4 Millionen Einwohnern schätzt Empirica den Zusatzbedarf auf jährlich 9700 Wohnungen, davon 3900 im Ein- und Zweifamilienhausbau und 5800 im Mehrfamilienhausbau.

"Derzeit ist aufgrund der allgemeinen Verunsicherung die Bautätigkeit extrem niedrig", sagte Marie-Therese Krings-Heckemeier, Vorstandschefin der Empirica AG. Um die Bautätigkeit anzukurbeln, müssten neue Bautypologien entwickelt werden; innerstädtisch heißt das auch dichteres Bauen. Und die Bodenpreise müssten runter, damit mehr Menschen sich Wohneigentum leisten können. Ein Beispiel für neue Wohnformen seien Stadthäuser, die auf wenig Grundfläche zusammen gebaut, außen individuell gestaltet und innen völlig flexibel eingeteilt werden können.

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