Engpass bei Nobel-Harleys

New York - Bei Harley-Davidson in den USA röhrt es gewaltig. Der Konzern verdoppelt den Gewinn, doch schafft es nicht, genügend Nobel-Motorräder zu bauen.

Der US-Motorradhersteller Harley-Davidson hat trotz einer Verdoppelung des Gewinns die Erwartungen der Investoren nicht erfüllt. Vor allem ein Rückgang beim Verkauf der teuren Touring-Modelle und Sonderanfertigungen ließ die Aktie des Unternehmens nach Bekanntgabe der Quartalszahlen am Dienstag um sieben Prozent fallen. Wegen einer Umstrukturierung bei der Produktion konnte Harley-Davidson die Nachfrage nach den teuren Modellen nicht mehr erfüllen, die Verkäufe verlagerten sich auf kleinere und weniger profitable Modelle.

Insgesamt verdoppelte sich aber der Gewinn des Unternehmens von 88,8 Millionen Dollar (64,2 Millionen Euro) im Vorjahr auf 183,6 Millionen Dollar (132,7 Millionen Euro) im dritten Quartal 2011. Auch der Umsatz durch den Verkauf von Motorrädern und Zubehör stieg um 13,4 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar (889 Millionen Euro), blieb damit aber hinter den von Analysten erwarteten 1,29 Milliarden Dollar. Auch der Rückgang der Gewinnspanne von 34,9 Prozent auf 33,7 Prozent beunruhigte die Investoren.

Durch eine Bündelung der Produktion am topmodernen Montageband im Werk im US-Staat Pennsylvania versuchte Harley Davidson nach einem Umsatzeinbruch während der Krise 2008 die Rentabilität auf lange Sicht zu stärken. Dadurch wurde aber auch die Produktion jener teuren Modelle nach unten gefahren, nach denen eine große Nachfrage besteht. Harley-Davidson-Chef Keith Wandell erklärte, die Umstrukturierung sei dennoch auf lange Sicht im Interesse des Unternehmens. “Sind wir enttäuscht, dass die Dinge nicht perfekt sind? Ja. Aber ich sage Ihnen auch, dass wir zufrieden sind, dass wir uns in dieser Umgestaltung befinden“, sagte Wandell.

dapd

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