Opa und Enkel auf gemeinsamer Testfahrt durch die Spielzeugröhre

- Oberding - Edelstahl und lackiertes Holz, fest im Boden verschraubt - Papa sitzt auf einem dieser unzerstörbaren Stühle bei McDonald's, Burger King oder Tank und Rast. Und während er Kalorienreiches in sich hineinmampft, turnen seine Kleinen in einem bunten Kletter-Rutsch-Raumschiff vor dem Restaurant herum. In diesem Moment haben alle Familienmitglieder mit einer kleinen Firma zu tun: Rusta aus Oberding. Das Unternehmen von Albert Ruprecht liefert Großspielgeräte an alle europäischen Fastfood-Tempel mit dem goldenen "M".

<P>Die komplette Inneneinrichtung für McDonald's-Filialen baut Rusta in ganz Deutschland. Mit 60 Angestellten in Oberding und weiteren 35 im sächsischen Geringswalde ist Rusta nahezu Monopolist für die Einrichtung von Kettengastronomie in Deutschland. Die immer aufwändigeren Spielgeräte liefert Rusta an Lokale sowie große Kauf- und Möbelhäuser in ganz Europa aus.<BR><BR>"Ich habe als junger Mensch viel über Friedrich Jahn gelesen", berichtet Ruprecht über seine frühe Begeisterung für die Kettengastronomie. Und just der Hendl-Mogul Friedrich Jahn, Gründer von Wienerwald, kauft Ende der 60er Jahre bei Ruprecht ein. In dessen Schmiedeeisen-Boutique in Schwabing. "Ich glaube, es war ein Grillbesteck", erinnert sich Ruprecht, der als gelernter Kunstschmied damals noch in seinem ursprünglichen Beruf arbeitete. </P><P>Diesem ersten Kontakt folgten Aufträge. Wienerwald orderte bei Ruprecht zunächst Geschmiedetes und Edelstahleinrichtungen für die Großküchen, schließlich sogar eine komplette Restaurantausstattung - ein völlig neues Geschäft für Ruprecht. Der Durchbruch kam 1971. <BR>Die junge Firma Rusta sollte die Einrichtung für die erste McDonald's-Filiale in Europa bauen: in der Martin-Luther-Straße in München. Bei einem Fastfood-Restaurant blieb es nicht. Bis heute richtet Rusta alle McDonald's in Deutschland ein.<BR><BR>Die Hälfte des Umsatzes von 11 Millionen Euro (2002) erwirtschaftet Rusta mit den Großspielgeräten - ein Ge-schäftszweig, der zunächst nur nebenher betrieben wur-de, wie Ruprecht berichtet. 1980 baute McDonald's das erste freistehende Restau-rant in Europa. Dafür wurde eine einfache Spiralrutsche mit Ronald-McDonald-Flagge aus Amerika importiert, die Rusta nachbaute und modifizierte. Aus der Ur-Rutsche wurden regelrechte Abenteuerspielplätze: Mondstationen, Baumhäuser und Ritterburgen mit kleinen Spielgeräten im Inneren. 1996 stieg Ruprechts Tochter Brigitte in das Unternehmen ein. </P><P>Die frischgebackene Wirtschaftsingenieurin "wollte eine eigene Aufgabe" und übernahm die "Spielwaren-Abteilung", die fortan unter "Rusta Playland" firmierte. Volles Engagement zeigt auch die übrige Familie. Gattin Edith Ruprecht vermarktet schon seit der Firmengründung 1966 in einer Garage in München Trudering die Geschäftsideen ihres Mannes. Tochter Daniela Simak arbeitet in der Buchhaltung. "Ich möchte zwar arbeiten, bis ich 80 bin", sagt der 64-jährige Rusta-Boss. Doch für die Zukunft ist vorgesorgt. </P><P>Die beiden Töchter sollen die Firma übernehmen. Und auch die Enkelkinder werden eingespannt - "auf absolute kindgerechte Weise: "Sie sind meine wichtigsten Testpersonen für neue Spielgeräte", erzählt der Opa, der aber nach wie vor selbst durch viele Anlagen krabbelt. <BR></P>

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