Entführung: Angeblich Verdacht gegen Geschäftsmann Öger

- Brüssel - In einem spektakulären Entführungsfall geht die belgische Polizei einem Verdacht gegen einen deutschen Europa-Abgeordneten türkischer Abstammung nach. Der Politiker stelle "eine Spur der Untersuchung" dar, sagte Kripodirektor Glenn Audenaert. Welche Rolle der Abgeordnete bei der Entführung eines türkischen Geschäftsmannes in Brüssel vor drei Wochen gespielt haben könnte, ließen die Fahnder offen.

Der Hamburger EU-Parlamentarier und Reiseunternehmer Vural Öger wies jede Verwicklung in die Entführung zurück. "Ich habe mit der Sache nichts zu tun", sagte Öger, der sich gestern in der Türkei aufhielt. Allerdings habe sein türkisches Unternehmen "gegen diesen Menschen" - den entführten Geschäftsmann - "eine Forderung aus dem Jahr 1997". Dabei handele es sich um rund 1,8 Millionen Euro. Er habe die Summe gerichtlich einzutreiben versucht, doch habe der frühere Geschäftspartner mehrfach Konkurs angemeldet. "Es ist nicht einholbar - deshalb haben wir es längst abgeschrieben", sagte Öger. "Das ist der einzige Zusammenhang mit meiner Person." Durch die Berichte der belgischen Presse über den Fall sehe er seinen "einwandfreien Leumund befleckt", klagte Öger. Vier bewaffnete und maskierte Männer hatten den türkischen Geschäftsmann am 22. September auf der Straße vor dessen Haus im Brüsseler Stadtteil Auderghem überwältigt und in ein Auto gezerrt. Danach sei der Mann in ein Ferienhaus in den Ardennen gebracht und acht Tage lang an ein Metallbett gefesselt worden, sagte Audenaert. Nach einer Woche ließen die Entführer ihr Opfer frei. Als Abgeordneter genießt Öger parlamentarische Immunität. Die Polizei muss für eine Befragung nach eigener Darstellung eine spezielle juristische Prozedur einhalten.

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