EZB entscheidet: Zinsen im Euroraum steigen weiter

- Frankfurt -­ Die Europäische Zentralbank hat erneut an der Zinsschraube gedreht, für die nahe Zukunft aber eine Pause bei der stetigen Verschärfung ihrer Geldpolitik seit einem Jahr angedeutet. Europas oberste Währungshüter setzten den entscheidenden Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent herauf. Die sechste Zinserhöhung innerhalb von zwölf Monaten war allgemein erwartet worden.

In seiner Erläuterung der Zinsentscheidung vermied EZB-Präsident Jean-Claude Trichet das Signalwort "Wachsamkeit", mit dem er üblicherweise die Märkte auf weitere Zinserhöhungen vorbereitet.

Finanzmarktexperten werteten dies als Hinweis, dass zumindest für Januar mit keinem neuerlichen Anziehen der Zinsschraube gerechnet werden muss. Viele Analysten halten weitere Zinserhöhungen mit Blick auf den starken Euro und das geringere Inflationsrisiko wegen langsamer steigender Importpreise ohnehin für unangemessen. Trichet sagte mit Blick auf den Euro, der ein 20-Monats-Hoch gegenüber dem Dollar erreicht hat, sprunghafte Entwicklungen am Devisenmarkt seien nicht wünschenswert. Er vermied aber eine Aussage darüber, ob eine starke Aufwertung eine Bedrohung für die Geldpolitik darstelle. Vielmehr betonte er, es sei an den Finanzmärkten, ein Urteil über den Euro zu fällen.

Positiv bewertete Trichet die Konjunkturentwicklung im Euro-Raum. Für kommendes Jahr rechnet die EZB mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 bis 2,7 Prozent und hob damit frühere Prognosen leicht an.

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