Entspannung am Ölmarkt erwartet

- Hamburg - Die Lage an den Rohölmärkten wird sich nach Ansicht von Shell-Deutschland-Chef Kurt Döhmel in den kommenden Monaten voraussichtlich entspannen. Es werde weltweit mehr Öl gefördert als verbraucht, sagte der Chef der Geschäftsführung der Deutsche Shell Holding dem "Tagesspiegel am Sonntag". Diese Überproduktion werde von den Raffinerien dazu genutzt, ihre Vorratslager wieder aufzufüllen. Daneben habe sich unter anderem das Wachstum der Ölnachfrage in China abgeschwächt. Dadurch würden die Spekulationen über einen Versorgungsengpass abgemildert. Deutlich geringere Rohölpreise seien in "greifbarer Nähe", meinte Döhmel.

<P>Auch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) rechnet mit einem weiteren Rückgang der Ölpreise. "Das Angebot ist wieder normal, bei angemessenen Lagerbeständen", sagte Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro am Freitag in Jakarta. Im ersten Quartal 2005 sollte die Opec-Produktion zur Deckung der wachsenden Nachfrage ausreichen.</P><P>Probleme bei der Ölförderung könnte es allerdings in Nigeria geben. Die Gewerkschaften wollen dort mit einem landesweiten Streik Mitte November die Ölexporte blockieren. Der Präsident des Dachverbandes der Gewerkschaften, Adams Oshiomhole, sagte, der Konzern Royal Dutch/Shell sei zum "Feind des nigerianischen Volkes" erklärt worden, und das Unternehmen werde beim bevorstehenden Streik auch als solcher behandelt. Mit dem unbefristeten Ausstand, der am 16. November beginnen soll, wollen die Gewerkschaften gegen die massiv gestiegenen Benzinpreise protestieren.</P>

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