Enttäuschung in Bayerns Betrieben

- München - Die Zuversicht bayerischer Unternehmer war groß, die Ernüchterung ist größer. Die zu Jahresbeginn erhoffte wirtschaftliche Erholung bleibt aus. Die Betriebe im Freistaat schätzen die Geschäftsaussichten schlechter ein, sehen die aktuelle Lage pessimistischer und sparen an Investitionen, wie eine Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) unter 3400 Betrieben ergab.

<P>Damit bleiben die Aussichten am Arbeitsmarkt schlecht. Und daran dürfte sich nach Einschätzung von Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer des BIHK, auch im kommenden Jahr wenig ändern.<BR><BR>21 Prozent der bayerischen Unternehmen rechnen der Umfrage zufolge damit, dass ihr Geschäft in den kommenden Monaten anzieht. Zu Jahresbeginn hatten noch 26 Prozent diese Hoffnung. Vor allem Großhandel und unternehmensnahe Dienstleister hätten ihren Optimismus verloren.<BR><BR>Die Lage-Einschätzung ist bei den Unternehmern in Oberbayern schlechter als im Durchschnitt des gesamten Freistaats. Grund sei, dass die Situation hier zuvor wesentlich optimistischer eingeschätzt worden sei. Nun sei die Enttäuschung umso größer. Die wirtschaftliche Lage habe sich in Oberbayern aber nicht überdurchschnittlich verschlechtert, sagte Dörfler. </P><P>Ein Indiz dafür sei, dass Oberbayern einen besonders hohen Anteil exportorientierter Unternehmen habe. Und denen gehe es dank anziehender Auslands-Nachfrage besser als den von der schwachen Binnenkonjunktur abhängigen Betrieben. "Wir sind aber nicht gut beraten, unsere Hoffnung weiter nur auf den Export zu setzen", mahnte Dörfler.<BR><BR>Die wirtschaftliche Erholung sei zu schwach, um auf dem Arbeitsmarkt für Entspannung zu sorgen. Nur noch acht Prozent der Unternehmen planen, Personal einzustellen. Mehr als ein Viertel will in den nächsten sechs Monaten Entlassungen aussprechen. "Erweiterungsinvestitionen finden kaum statt", sagte Dörfler. Die Arbeitsmarkt-Situation werde schlecht bleiben: "Wenn sich nicht in der Politik etwas tut, werden wir nächstes Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,8 oder 1,0 Prozent erleben. Und das ist noch weiter weg von der Beschäftigungsschwelle, als wir es derzeit sind."<BR></P>

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