E.ON erwirbt Endesa-Beteiligungen - Aktie unter Druck

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Düsseldorf (dpa) - Ein Jahr nach der gescheiterten Übernahme des spanischen Stromversorgers Endesa hat der Energiekonzern E.ON milliardenschwere Beteiligungen des Unternehmens erworben.

Vorstand und Aufsichtsrat stimmten am Freitag dem von mehreren Banken ermittelten Kaufpreis von 8,9 Milliarden Euro zu, teilte E.ON in Düsseldorf mit. Einschließlich der Verbindlichkeiten beläuft sich die Transaktion auf ein Volumen von 11,8 Milliarden Euro. Damit muss E.ON deutlich mehr zahlen als ursprünglich angenommen.

Nachdem E.ON-Finanzvorstand Marcus Schenck in einer Telefonkonferenz die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr gedrosselt hatte, kippte der Aktienkurs ins Minus. Am Nachmittag notierte das Papier bei 117,46 118 Euro, ein Verlust von mehr als 3 Prozent. Zuvor hatte Schenck gesagt, dass der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) eher am unteren Ende der Prognose liegen werde. Die bisherige Erwartung von fünf bis zehn Prozent für 2008 bleibt jedoch unverändert.

Hintergrund für die gedämpfte Erwartung ist, dass die Übernahme der Beteiligungspakete voraussichtlich erst im dritten Quartal vollzogen werden. Somit fließen auch die Ergebnisse der Zukäufe erst in der zweiten Jahreshälfte in die Bilanz der E.ON AG ein.

Über den Erwerb der Beteiligungen hatte sich der größte deutsche Energiekonzern nach dem verlorenen Übernahmekampf um Endesa mit seinen Konkurrenten Enel und Acciona verständigt. Damals hatte das Unternehmen den Wert der Beteiligungen auf rund 10 Milliarden Euro veranschlagt. Den höheren Gesamtpreis begründete ein Sprecher unter anderem mit inzwischen gestiegenen Werten für Versorgungsaktivitäten.

Der jetzt erzielte Kaufpreis sei von mehreren Banken ermittelt und spiegele den fairen Marktwert der Anteile wider, rechtfertigte E.ON- Vorstandschef Wulf Bernotat den Preis. Wenn alle Genehmigungen vorliegen, soll die Transaktion voraussichtlich im dritten Quartal vollzogen werden.

Zu den übernommenen Beteiligungen gehören der spanische Stromversorger Viesgo sowie Erzeugungskapazitäten in Italien und Frankreich. E.ON verfüge damit "über eine internationale Präsenz, wie sie derzeit kein anderes Energieunternehmen vorweisen kann", erklärte Bernotat. Der Konzern habe sich damit eine noch bessere Plattform für Wachstum in Europa geschaffen. Schon im laufenden Geschäftsjahr sollen die Aktivitäten erheblich zum Ergebnis beitragen.

In Spanien wird der Düsseldorfer Energieriese künftig die Nummer Vier auf dem Erzeugungsmarkt sein. Neben Viesgo, einer früheren Stromtochter der italienischen Enel, übernimmt E.ON weitere Erzeugungskapazitäten von Endesa. Mit 580 000 Kunden bei Viesgo werde E.ON außerdem im Stromverteilungsgeschäft auf eine bedeutende Position kommen. Durch die Übernahme von Beteiligungen in Italien mit Kapazitäten von 7,2 Gigawatt steigt E.ON zum viertgrößten Stromerzeuger auf. Außerdem setzen die Düsseldorfer mit der Übernahme von Endesa France erstmals einen Fuß auf den französischen Energiemarkt.

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