Eon: Gewinne sprudeln dank hoher Energiepreise

- München - Wenige Tage nachdem Eon seine Pläne für eine erneute Erhöhung der Strompreise auch in Bayern bestätigt hatte, hat Deutschlands größter Energieversorger seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Rechnete der Konzern bislang nur mit einer "leichten" Steigerung des bereinigten operativen Ergebnisses (Adjusted Ebit), so fehlt diese Einschränkung im neuen Geschäftsbericht.

Man wolle das hohe Niveau des Vorjahres übertreffen, heißt es jetzt. Damals betrug das Adjusted Ebit, das die Höhe der Einnahmen vor Zinsen und Steuern ohne sogenannte Sondereffekte angibt, 7,3 Milliarden Euro. Grund für den optimistischeren Ausblick ist der positive Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten des Jahres. Wie Eon bekanntgab, stieg das Adjusted Ebit im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden; der Umsatz legte um 31 Prozent auf 36,9 Milliarden Euro zu.

Dies sei maßgeblich auf die Preisentwicklung zurückzuführen, teilte dasUnternehmen mit. Doch trotz der Milliarden- Gewinne hatte der Energiekonzern am Freitag bestätigt, in mehreren Bundesländern, darunter auch Bayern, höhere Strompreise beantragt zu haben. Gerüchteweise wird ein Plus von sechs Prozent verlangt. Das Unternehmen argumentiert mit höheren Beschaffungskosten,was nach Ansicht von Verbraucherschützern jedoch nicht nachvollziehbar ist.

Denn so setzten die Eon-eigenen Erzeugergesellschaften selber überhöhte Beschaffungspreise an, wie der Energie- Experte des Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel, gegenüber unserer Zeitung sagte. Krawinkel: "Der Wettbewerb auf dem Energiemarkt funktioniert nicht." Unterdessen hat Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber angekündigt, den von Eon gewünschten Aufschlag kritisch zu prüfen. Man werde "einen harten Maßstab anlegen, damit die Strompreise für die Verbraucher tragbar bleiben", sagte der Minister.

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