91,4 Prozent stimmen daür

Eon-Mitarbeiter wollen streiken

Düsseldorf - Beim Versorger Eon steht der erste Streik in der privaten Energiewirtschaft vor der Tür. 91,4 Prozent der befragten Beschäftigten des Energieriesen sprachen sich in einer Urabstimmung für den Ausstand aus.

Das teilten die Gewerkschaften Verdi und IG BCE am Freitag in Hannover mit. Der Streik soll demnach am Montag beginnen. Verbraucher sollen nicht darunter leiden. Beide Seiten signalisierten indes weiterhin Gesprächsbereitschaft, um den Arbeitskampf doch noch in letzter Minute abzuwenden.

„Wir sind auf Arbeitskampfmaßnahmen eingestellt, die wirksam sind“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. Die Gewerkschaften seien weiter zu Gesprächen bereit, nach Streikbeginn sehe die Sache allerdings anders aus.

Eon reagierte umgehend mit der Forderung nach neuen Verhandlungen auf das Ergebnis der Urabstimmung. „Wir müssen jetzt dringend weiter miteinander sprechen und eine Lösung finden, die einen Streik vermeidet“, sagte Eon-Personalvorstand Regine Stachelhaus laut Mitteilung in Düsseldorf. „Wir hoffen sehr, dass wir noch vor Beginn eines möglichen Streiks an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine für beide Seiten tragbare Lösung erreichen können.“ Eon habe immer wieder deutliche Kompromiss- und Bewegungsbereitschaft erklärt.

Wer ist im DAX?

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„Wir hatten eine sehr hohe Wahlbeteiligung“, sagte Ott. Mit Blick auf die Eon-Kunden versicherte er, die Gewerkschaften wollten „das Unternehmen treffen, nicht die Bevölkerung“. Die Streikstrategie sehe vor, dass die Netzstabilität gesichert bleibt. Niemand müsse befürchten, im Kalten sitzen zu müssen. Gestreikt werden soll nach Gewerkschaftsangaben sowohl bei der Energieerzeugung als auch im Service- und Abrechnungsbereich.

Die Verhandlungen für die bundesweit rund 30 000 Eon-Beschäftigten waren Mitte Januar abgebrochen worden, nachdem es auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Annäherung gegeben hatte. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld, der Konzern hatte zuletzt 1,7 Prozent geboten. Verdi und IG BCE verlangen auch eine Übernahme von Lehrlingen und eine Tarifbindung für ausgelagerte Sparten. Die Urabstimmung war am Montag eingeleitet worden. Für einen Streik ist eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Mitglieder nötig.

Auch beim Essener Konkurrenten RWE hatte sich der Tarifkonflikt zugespitzt. Die dritte Verhandlungsrunde über einen Tarifvertrag für rund 50 000 RWE-Beschäftigte war nach Gewerkschaftsangaben am Montag ergebnislos abgebrochen worden. Die Tarifkommissionen beider Gewerkschaften sollen nun am kommenden Dienstag (5. Februar) über ein mögliches Scheitern der Gespräche beraten. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber Entgelterhöhungen für 2013 und 2014 um jeweils 1,5 Prozent sowie zwei Einmalzahlungen von je 500 Euro angeboten. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung um sechs Prozent sowie eine Verlängerung der tariflichen Beschäftigungssicherung.

Der Energiekonzern Vattenfall steht dagegen erst vor dem Start von Tarifverhandlungen. Bei En BW sollen die Verhandlungen in der vierten Runde fortgesetzt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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