Eon ordnet Regionalgeschäft neu

München - Seit Herbst krempelt Eon-Chef Johannes Teyssen Deutschlands größten Energieversorger radikal um. Verantwortlich ist die Energiewende, die den Konzern 2011 erstmals in die roten Zahlen drückte. Um Kosten zu sparen, will Teyssen massiv Stellen abbauen.

Am Firmensitz in Düsseldorf wurden bereits hunderte Stellen gestrichen. Ende Juni schließt die Zentrale von Eon Energie in München – bisher zuständig für Deutschland. Jetzt richtet Eon sein Regionalgeschäft neu aus und trennt sich von drei Versorgern. Eon Bayern soll dagegen gestärkt werden.

Auf der Verkaufsliste stehen die Regionalversorger Eon Mitte, Eon Thüringer Energie und Eon Westfalen Weser. Bisher betreibt Eon die Tochterunternehmen zusammen mit Kommunen und Landkreisen – hält aber stets die Mehrheit. Der Konzern werde mit den regionalen Partnern über einen Verkauf der Anteile verhandeln, hieß es. Nur Eon Bayern ist vollständig in der Hand des Energieriesen.

„Aufgrund der anstehenden hohen Investitionen durch die Energiewende wollen wir uns künftig auf die größten zusammenhängenden Netzgebiete konzentrieren“, sagte Thomas König, bei Eon zuständig für das Netzgeschäft in Deutschland, gegenüber unserer Zeitung. Dazu gehören neben Eon Bayern (Sitz Regensburg) Eon Avacon (Sitz Helmstedt bei Braunschweig), Eon Edis (Fürstenwalde bei Berlin) und Eon Hanse (Quickborn bei Hamburg).

Auf die Netzbetreiber kommen wegen der Energiewende in den nächsten Jahren Milliarden-Investitionen zu. Eon-Manager König rechnet bei den Verteilnetzen mit einem Anstieg der Investitionen um 40 Prozent. „Für unser deutsches Netzgeschäft gehen wir von einer jährlichen Investition von einer Milliarde Euro aus, davon allein 300 Millionen Euro aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien.“ In Bayern dürfte das jährliche Investitionsvolumen von 220 auf rund 310 Millionen Euro steigen. Gerade Bayern ist vom Netzausbau betroffen. „Nirgendwo in Deutschland werden so viele Photovoltaikanlagen angeschlossen wie in Bayern“, sagte König. Allein bei Eon Bayern seien 2011 rund 40 000 Anlagen ans Netz gegangen.

Eon will das Regionalgeschäft im Freistaat daher ausbauen. „Eon Bayern ist mit Abstand der größte regionale Versorger“, so König. Trotz der Ausbaupläne – vom Stellenabbau bleibt auch Bayern nicht verschont. „Während wir das operative Geschäft ausbauen, werden in der Verwaltung Stellen gestrichen.“ Wie viele Arbeitsplätze betroffen sind, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. König rechnet bis Ende des Jahres mit einer Entscheidung. Derzeit hat Eon Bayern rund 2900 Beschäftigte.

Die Verkaufspläne von Eon betreffen mehr als drei Millionen Kunden. Allein Eon Mitte versorgt in Hessen und angrenzenden Regionen rund 1,5 Millionen Kunden.

Steffen Habit

Rubriklistenbild: © dpa

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