E.ON schließt Milliarden-Deal ab

Düsseldorf/München - Der größte deutsche Energieversorger E.ON kommt vor allem dank seiner neuen Märkte in Russland und Südeuropa gut durch die Krise.

Zusammen mit den Zuwächsen im Bereich Erneuerbarer Energien konnte der Konzern das operative Ergebnis im ersten Halbjahr praktisch stabil halten, wie E.ON am Mittwoch mitteilte. Abgeschlossen hat der Konzern inzwischen auch den Deal zum Verkauf seiner Stadtwerketochter Thüga an ein Konsortium kommunaler Versorger.

Damit will E.ON nach den milliardenschweren Zukäufen der vergangenen Jahre Schulden senken und kartellrechtlichen Verpflichtungen nachkommen. E.ON zufolge wird das Konsortium 2,9 Milliarden Euro für die E.ON-Stadtwerketochter Thüga zahlen. Insgesamt ist derzeit die Abgabe von Aktivitäten im Umfang von mindestens zehn Milliarden Euro bis 2010 geplant. Bei Thüga übernehmen den Angaben zufolge die Stadtwerke Hannover, die Frankfurter Mainova und die Nürnberger N-Ergie jeweils 20,75 Prozent der Anteile. Die Gruppe Kom9 von 46 weiteren kommunalen Versorgungsunternehmen soll 37,75 Prozent erhalten. Sofern das Bundeskartellamt zustimmt, entsteht damit der fünftgrößte unabhängige Energie- und Wasserversorger nach E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall.

Rückläufiger Strom- und Gasabsatz

Im ersten Halbjahr haben Ergebnissteigerungen vor allem in Russland, Italien oder Spanien den insgesamt deutlich rückläufigen Strom- und Gasabsatz bei E.ON wieder wettgemacht, wie Vorstandschef Wulf Bernotat berichtete. Der Konzern steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,3 Milliarden auf 42,5 Milliarden Euro. Die Gewinnprognose für das Gesaamtjahr hob der Energieriese leicht an.

Insgesamt lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit 5,7 Milliarden Euro ein Prozent unter Vorjahresniveau. Der bereinigte Konzernüberschuss erhöhte sich zum Halbjahr um 4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Deutlich zu spüren bekommen hat das Düsseldorfer Unternehmen die Wirtschaftskrise vor allem bei E.ON Ruhrgas. Der Gasabsatz an Industriekunden und Stadtwerken ist demnach im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent eingebrochen.

Zügige Umsetzung des Sparprogramms angekündigt

In den kommenden Monaten will E.ON vor allem auf die zügige Umsetzung seines Milliarden-Sparprogramms “Perform to Win“ setzen. Mit einer Neuorganisation und Verschlankung der Konzernstruktur sollen die Kosten bis 2011 um 1,5 Milliarden Euro gesenkt werden. Teilweise dürften sich die Verbesserungspotentiale schon 2009 bemerkbar machen, erklärte E.ON.

E.ON-Chef Wulf Bernotat, der im Mai nächsten Jahres von seinem bisherigen Stellvertreter Johannes Teyssen abgelöst wird, zeigte sich zuversichtlich, beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern das hohe Niveau von knapp zehn Milliarden Euro des Vorjahres halten zu können. Der bereinigte Konzernüberschuss soll im Gesamtjahr nun nur noch um fünf bis zehn Prozent sinken. Bislang hatte E.ON ein Minus von zehn Prozent einkalkuliert. Die E.ON-Aktie legte bis zum Nachmittag deutlich über vier Prozent zu und zählte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

ap

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