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Im Zuge der bevorstehenden Aufspaltung in einen Konzern mit Ökostrom (Eon) und mit Atom- und Kohlekraftwerken (Uniper) geht die Trennung von einigen Aktivitäten weiter. Foto: Armin Weigel

Eon vor der Aufspaltung

Der Energieriese Eon treibt im Ausland das Reinemachen bei seinen Beteiligungen voran. In Italien trennte sich der Konzern jetzt von den Wasserkraftwerken. Brasilien bleibt eine offene Flanke.

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Energieversorger Eon treibt seine Neuausrichtung auch im Ausland voran.

Im Zuge der bevorstehenden Aufspaltung in einen Konzern mit Ökostrom (Eon) und mit Atom- und Kohlekraftwerken (Uniper) geht die Trennung von einigen Aktivitäten weiter. In Italien fanden die Düsseldorfer nun einen Käufer für ihre Wasserkraftwerke. Eon verständigte sich mit der ERG-Gruppe aus Genua, einem der führenden Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien.

Die Transaktion soll einen Wert von rund einer Milliarde Euro haben. In Italien wolle sich Eon künftig ganz auf den Gas- und Stromvertrieb mit 700 000 Kunden konzentrieren. Dieser Bereich soll nach Angaben eines Sprechers vom Freitag der neuen Eon mit den Kernsparten erneuerbare Energien, Netze und Kundengeschäft zugeschlagen werden.

Eon hatte sich zuvor schon von seinen italienischen Kohle- und Gaserzeugungskapazitäten sowie seiner Solarsparte getrennt. Über einen möglichen Verkauf der Windsparte wurde noch nicht entschieden.

Die Verkäufe sind Teil der Strategie von Vorstandschef Johannes Teyssen, sich aus den südeuropäischen Ländern im großen Stil zurückzuziehen. Ende 2014 gab Eon das spanische und portugiesische Stromgeschäft an den australischen Investoren Macquarie ab.

Nach den nun vollzogenen Schritten könnte Teyssen bald einen Schlussstrich unter eine teure Expansionsstrategie ziehen. Mehr als 11 Milliarden Euro hatte der Einstieg in Italien und Spanien seinerzeit gekostet, davon wurde mehr als die Hälfte unter anderem wegen der schweren Wirtschaftskrise abgeschrieben.

Auf der Verkaufsliste der Düsseldorfer stehen möglicherweise auch noch Öl- und Gasfelder in der Nordsee und in Algerien. Eine Abgabe der Aktivitäten, die der Vorstand derzeit einer strategischen Prüfung unterzieht, könnten eine Summe von mehr als zwei Milliarden Euro in die Konzernkasse spülen.

Unklar sind indes die Perspektiven in Brasilien. Die Eneva, an der Eon mit 43 Prozent beteiligt ist, steckt in einer finanziellen Schieflage. Wird der Umbauplan, der unter anderem eine Kapitalerhöhung vorsieht, vollzogen, könnte der Eon-Anteil stark schrumpfen. Zusätzliches Geld wird Teyssen kaum in die Hand nehmen.

Am kommenden Mittwoch wird der Konzernchef die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2015 vorlegen. Ob sich allmählich eine Trendwende zeigt, bleibt abzuwarten. Das vergangene Jahr hatte dem Unternehmen einen Rekordverlust von über 3 Milliarden Euro eingebrockt. Die Folgen der Energiewende machen den Stromkonzernen immer noch schwer zu schaffen.

Der Konkurrent RWE will am Montag bei einer Aufsichtsratssitzung weitere Maßnahmen beraten. Während sich Eon in zwei Teile aufteilt, gehen die Essener andere Wege: Berichten zufolge plant Vorstandschef Peter Terium eine Straffung des Konzerns, indem Tochterfirmen zusammengelegt und die Holding gestärkt werden soll.

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