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Epcos: Kurs steigt trotz Rekordverlust

- München - Es war für Epcos das - unterm Strich - schwächste Geschäftsjahr seit dem Börsengang 1999. Und doch quittierten die Börsen dies mit zeitweise mehr als drei Prozent Aufschlag. Dabei garantiert keiner, dass 2006 die Wende gelingt.

Zwar steht der Münchner Bauelementekonzern kurz davor, die schon seit langem defizitäre Sparte Tantal-Kondensatoren zu verkaufen. Doch noch ist nicht klar, wann im kommenden Jahr dieser Verkauf abgeschlossen sein wird.

Allein eine Buchwert-Abschreibung im Zuge dieses Verkaufs trug mit 44 Millionen Euro zum gesamten Vorsteuerverlust (Ebit) von 88 Millionen Euro bei. Bis der Verkauf perfekt ist, zehrt die Sparte monatlich mit einem kleinen Millionen-Beitrag am Epcos-Kapital, wie Vorstandschef Gerhard Pegam einräumte. Deshalb kann Finanzvorstand Wilfried Backes einen Verlust auch im nächsten Jahr nicht ausschließen. Allerdings kündigte er für das fortgeführte Geschäft 2006 Gewinn an.

Da zum Ergebnis 2005 negative steuerliche Effekte hinzukamen, wurden aus den 88 Millionen Minus im Geschäftsjahr unterm Strich 119 Millionen Euro Fehlbetrag. Das ergibt einen Verlust von 1,83 Euro je Aktie.

Ein Grund für das negative Ergebnis ist die unerwartet schwache Nachfrage nach den Bauteilen, die für alle elektronischen Anwendungen unentbehrlich sind. Der Auftragseingang brach um 13 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro ein, der Umsatz um neun Prozent auf 1,238 Milliarden.

So richtig klar wird noch nicht, wie der Konzern aus der Krise kommen will. Im Geschäftsjahr 2004 konnten noch die Zukunftssparten "Oberflächenwellen-Komponenten" mit 57 Millionen Euro Ebit und "keramische Bauelemente" mit 19 Millionen Euro die Verluste der Traditionssparten mit Kondensatoren und Spulen ausgleichen. Doch sind beide 2005 selbst nicht vorangekommen. Im Gegenteil: Bei den Oberflächenwellen-Komponenten brach der Vorsteuergewinn um fast die Hälte auf 29 Millionen Euro ein. Bei den keramischen Bauelementen kam es sogar zu einem Verlust von 24 Millionen Euro. Dabei stammt aus dieser Sparte einer der Hoffnungsträger von Epcos: Piezo-Aktuatoren sind fast unverzichtbar für die Einspritzsysteme moderner Automotoren. Immerhin hat die Automobil-Elektronik die zyklisch schwankende Telekommunikation als wichtigste Absatzbranche abgelöst.

Ein klares Rezept zur Lösung der Probleme gibt es nicht: Schon bisher hat die Verlagerung von Stellen ins Ausland keine durchgreifende Besserung gebracht. Immerhin 70 % der Mitarbeiter arbeiten in Billiglohn-Ländern. Aus der Fertigung sollen noch weitere 150 bis 300 Stellen in Heidenheim und 150 in München abgebaut werden. Insgesamt hat Ecpos noch 2000 Mitarbeiter in Deutschland, weltweit 16 000. Was bleibt sind hochqualifizierte Fachkräfte, die für Technologiekompetenz und Zukunftsfähigkeit stehen, wie Pegam sagt. Deren Stellen in Billiglohnländer zu verlagern, sei vorerst nicht möglich.

Auch durch Stellenverlagerung wird Epcos Altlasten aus dem Siemens-Konzern nicht los, in dessen Bauelement-Sparte das Unternehmen seine Wurzel hat. So wurden die Pensionsverbindlichkeiten neu bewertet und mindern nun mit 166 Millionen Euro statt mit 127 Millionen Euro das Eigenkapital. 2000 schlug dieser Posten noch mit lediglich 94 Millionen Euro zu Buche. Das Eigenkapital von Epcos schrumpfte binnen Jahresfrist von 679 Millionen auf 556 Millionen Euro.

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