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Steuerforderung in „sechsstelliger Höhe“: So frisst der Fiskus das Erbe 

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Von: Andreas Thieme

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Ein Formular für die Erbschaftsteuererklärung sowie Stift und Testament.
Wer eine Immobilie erbt, muss dieses Erbe auch versteuern. Doch bei den hohen Immobilienpreisen ist das für viele eine finanzielle Herausforderung. © Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa

Die Immobilienpreise steigen nahezu unaufhörlich - und damit auch die Höhe der Erbschaftssteuer im Todesfall des Besitzers. Für viele Erben wird das zum finanziellen Desaster.

München - Der eigene Tod: Wer beschäftigt sich damit schon gerne? Doch seinen Nachlass zu regeln, ist eine der wichtigsten Aufgaben im Leben – sonst droht Chaos bei den Hinterbliebenen, die sich um Geld oder Grundstück streiten. Nur jeder Fünfte hat vorgesorgt. Und selbst wenn: Häufig werden Testamente von Angehörigen angefochten – und es kommt zum Streit vor Gericht. In anderen Fällen ist die Familie einig, doch das Finanzamt will seinen Anteil – im Form der Erbschaftsteuer. Die beträgt in München oft Millionen und stellt Immobilienbesitzer vor immer größere Probleme.

Erbschaftssteuer: Freibeträge seit Jahren unverändert

Das Problem: Die Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungsteuer – für Kinder etwa 400.000 Euro – sind seit zwölf Jahren unverändert, „obwohl sich die Verkehrswerte der Immobilien im Großraum München seit dieser Zeit vervielfacht haben“, sagt Rudolf Stürzer von der Eigentümer-Initiative Haus & Grund. „Schon für ein Reihenhaus in München kann Erbschaftsteuer in sechsstelliger Höhe anfallen.“ Für ein Mietshaus sogar in Millionenhöhe…

Die Folgen: „Gerade soziale Vermieter oder deren Erben können mit den niedrigen Mieten die Erbschaftsteuer nicht finanzieren und sind immer häufiger zum Verkauf* des Mietshauses gezwungen, das sich seit Generationen in Familienbesitz befindet“, sagt Stürzer. Davon profitieren gewerbliche Investoren, die Immobilien aufkaufen und zur Gewinnmaximierung gegenüber ihren Anlegern verpflichtet sind. Sie erhöhen die Mieten, sozial schwächere oder Senioren werden verdrängt.

Forderung: Soziale Vermieter sollten von der Erbschaftssteuer befreit werden

Stürzer fordert: „Soziale Vermieter dürfen nicht länger die Dummen sein!“ Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer müsse der Ertrag in Höhe der Mieteinnahmen sein – „und nicht der Verkehrswert, der nur auf dem Papier steht“. Erben, die sich verpflichten, niedrige Mieten für einen bestimmten Zeitraum konstant zu halten, könnten so „von der Erbschaftsteuer befreit werden“, sagt Stürzer. (thi) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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