Weltgrößter Rückversicherer

Erdbeben und Hurrikan: Gewinneinbruch bei Munich Re

Munich - Die Zerstörungen durch Hurrikan „Matthew“ in den USA und das Erdbeben in Neuseeland haben die Munich Re fast eine halbe Milliarde Euro gekostet. Der Gewinn des Rückversicherers ist im vergangenen Jahr geschrumpft.

Ein Wirbelsturm, ein Erdbeben und die Sanierung der Tochter Ergo haben dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re 2016 einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Im letzten Geschäftsjahr unter der Führung von Vorstandschef Nikolaus von Bomhard stand unter dem Strich ein Ergebnis von 2,6 Milliarden Euro und damit eine halbe Milliarde weniger als ein Jahr zuvor. Finanzvorstand Jörg Schneider stellte den Aktionären bei der Vorlage der Eckdaten am Dienstag dennoch eine steigende Dividende in Aussicht. Sie soll von zuletzt 8,25 auf 8,60 Euro je Aktie steigen.

Die Zerstörungen durch Hurrikan „Matthew“ in den USA und das Erdbeben in Neuseeland kosteten den Rückversicherer in den letzten Monaten des Jahres zusammen fast eine halbe Milliarde Euro. Auch im Gesamtjahr gab es mehr große Schäden als im Jahr zuvor. Auf der Positivseite stehen die Kapitalanlagen der Munich Re, die mit 7,6 Milliarden Euro rund ein Prozent mehr abwarfen als im Vorjahr.

Hurrikan „Matthew“ hinterlässt Tod und Zerstörung

Teuer kam die Munich Re die Sanierung ihrer Tochter Ergo zu stehen. Der Erstversicherer aus Düsseldorf steckte im vergangen Jahr wegen Umbaukosten mit rund 40 Millionen Euro in den roten Zahlen. Damit fiel der Verlust rund doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Der 2015 angetretene Ergo-Chef Markus Rieß will den Versicherer für das digitale Zeitalter rüsten, baut Stellen ab und gliedert die klassische Lebensversicherung in eine eigene Einheit aus. Der Umbau soll eine Milliarde Euro kosten - und sich erst Anfang des nächsten Jahrzehnts auszahlen. Zuletzt sanken die Prämieneinnahmen.

Der 60-jährige Munich-Re-Chef von Bomhard übergibt seinen Posten Ende April an seinen Vorstandskollegen Joachim Wenning. Dieser steht vor der Aufgabe, den Rückversicherer in Zeiten der Niedrigzinsen und eines niedrigen Prämienniveaus wieder auf mehr Gewinn zu trimmen und die Suche nach lukrativen Geschäftsfeldern weiter voranzutreiben.

dpa

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