Energie

Erdgas Südbayern senkt die Preise

München - Neben Eon Bayern wird mit Erdgas Südbayern (ESB) ein weiterer großer Versorger im Freistaat seine Gaspreise zum 1. Februar absenken. "Der dramatische Fall des Ölpreises führt dazu, dass wir unsere Tarife nach unten anpassen können", sagte ESB-Prokurist Martin Heun im Gespräch mit unserer Zeitung.

Derzeit gehen entsprechende Anschreiben an die 200 000 Haushaltskunden des in Ober- und Niederbayern dominierenden Anbieters.

Jede verbrauchte Kilowattstunde wird um 0,48 Cent billiger. Das entspricht sechs Prozent des Arbeitspreises, der zusammen mit den fixen Grundgebühren den Gaspreis ausmacht. Die Bewohner eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit einem Jahresverbrauch von 25 000 Kilowattstunden würden damit um 120 Euro entlastet, rechnet ESB vor. Zuletzt hatte Eon angekündigt, seine Gaspreise um vier Prozent zu kappen. Im Freistaat werden zudem Erdgas Schwaben und die Stadtwerke Dachau schon zum Jahreswechsel niedrigere Entgelte in Rechnung stellen.

"Ich bin zuversichtlich, dass es in der ersten Jahreshälfte eine weitere Senkung geben wird", sagte Heun. Voraussetzung dafür seien aber dauerhaft niedrige Rohölnotierungen. Die sind wegen der trüben Konjunkturaussichten seit Juli um zwei Drittel auf unter 50 Dollar je Fass eingebrochen, was den Versorgern Spielraum für Preissenkungen eröffnet. Sie beziehen den Heizstoff zu Großhandelspreisen, die üblicherweise mit einem Verzug von sechs Monaten dem Rohöl-Kurs folgen. Heun: "Wir werden die Senkungen im vollen Umfang an unsere Kunden weitergeben." Beobachter erwarten, dass im Frühjahr auch andere Versorger nachziehen.

Der Preisrutsch beim Gas lässt nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Versorger aufatmen. "Wir hatten im Jahresverlauf sehr deutlich den Unwillen unserer Kunden gespürt", sagte Heun. Obwohl ESB die gestiegenen Kosten im Frühjahr und Herbst nach seinen Worten nicht im vollen Umfang weitergab, habe der Gaspreis "die Schmerzgrenze vieler Abnehmer überschritten". Die Zahl derer, die eine Ratenzahlung beantragten, sei deshalb in den letzten zwölf Monaten von 0,3 auf 1,5 Prozent gestiegen, sagt Heun. "Wir wissen, wie belastet viele Kunden sind."

Zuletzt hatte das die Bereitschaft angefacht, den Gasanbieter zu wechseln. So verlor ESB nach Bekanntgabe der Preiserhöhung im September (13 Prozent) 6000 Kunden. Als Reaktion auf den anziehenden Wettbewerb optimiert die Gesellschaft, die den Stadtwerken München und der Eon-Tochter Thüga gehört, ihren Einkauf. Zudem positioniert sie sich als Energiedienstleister, der grüne Technologien wie die Kraft-Wärme-Kopplung liefern kann.

Florian Ernst

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