Erdgaspreise klettern weiter: Doch der große Knall kommt erst

- München - Die Verbraucher müssen sich auf deutlich höhere Gaspreise gefasst machen. Mehrere Versorger haben angekündigt, ihre Preise schon ab 1. September zu erhöhen. Hauptgrund für die steigenden Gaspreise sind die rasant gestiegenen Ölpreise. Etwa im Abstand von einem halben Jahr folgt der Erdgaspreis dem Heizölpreis, an den er gekoppelt ist.

<P>Gaskunden werden womöglich noch weitere Preiserhöhungen verkraften müssen. "Der große Knall, die richtige Erhöhung, kommt erst im nächsten Jahr", meint Heino Elfert vom Energieinformationsdienst in Hamburg. Denn die derzeitigen Erhöhungen spiegeln nur den Heizölpreis von vor sechs Monaten wider, als er bei 34 Euro je 100 Liter lag. Der jetzige Heizölpreis liegt deutlich höher. Martin Kaltenhauser-Barth vom Energie-Büro Südbayern rechnet ebenfalls mit einem deutlichen Anziehen. 20 bis 25 Prozent höhere Gaspreise in den nächsten zwei, drei Jahren hält er für möglich. Eine Empfehlung, wie man darauf reagieren könne, habe er nur für diejenigen, die neu bauen oder auf eine neue Heizung umstellen können: Eine Holz-Pellets-Heizung sei schon jetzt mit Gas und Öl konkurrenzfähig.<BR><BR>Auch in Bayern haben mehrere Versorger höhere Gaspreise angekündigt. Die Stadtwerke München planten aber vorerst keine Preiserhöhungen. Erdgas Südbayern erhöht seine Preise um durchschnittlich knapp 7,5 Prozent zum 1. September; 97 000 Privatkunden sind davon betroffen. Eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 30 000 Kilowattstunden im Jahr zahle damit pro Monat 8,75 Euro mehr. <BR><BR>Im Eon-Energie-Konzern ist mit Preiserhöhungen wahrscheinlich im Oktober zu rechnen. Welche der sieben Regionalunternehmen - darunter Eon Bayern - und wenn, um wie viel, die Preise erhöhten, konnte der Konzern-Sprecher noch nicht sagen. Das hänge auch mit mehreren kostenbildenden Faktoren zusammen. <BR><BR>Und genau diese Gründe will das Bundeskartellamt jetzt in Erfahrung bringen. Die Behörde will insbesondere prüfen, warum die Preissteigerungen für den Verbraucher deutlich höher liegen sollen als der Anstieg der Gasbezugspreise, sagte Sprecherin Anja Scheidgen. Danach werde entschieden, ob gegen Gasversorger ein Verfahren eingeleitet werde. Der Importpreis für Gas soll laut Scheidgen nur im einstelligen Prozentbereich wachsen. Zweistellige Preissteigerungen würden für den Kunden wesentlich höher ausfallen. In dem Endkundenpreis seien nicht nur die Rohstoffpreise, sondern auch andere Kosten wie für die Netzdurchleitung enthalten. Die Gaspreise für den Kunden dürften aber nur anteilig steigen. Das Bundeskartellamt will prüfen, ob die Gasversorger im Verdacht stehen, ihre marktbeherrschende Position zu missbrauchen.<BR><BR>Weiter würden die Versorger ihren Kunden die Ökosteuer zweimal in Rechnung stellen, hieß es im "Handelsblatt". Preissteigerungen beim Heizöl würden inklusive der darauf entfallenden Ökosteuer auf den Gaspreis übertragen, obwohl auf das Gas wiederum Ökosteuer erhoben werde.<BR><BR></P>

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