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Putin verhängt Sanktionen gegen deutschen Erdgasspeicher-Betreiber

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Die russische Regierung erlässt Sanktionen gegen das deutsche Unternehmen Erdgasspeicher Peissen GmbH - der viertgrößte Speicher in Europa.

Moskau - Russland hatte im Ukraine-Krieg bereits die Gaslieferungen nach Deutschland eingestellt. Nun reagierte Kremlchef Wladimir Putin offenbar auf die Treuhandverwaltung russischer Energieversorger in Deutschland und erließ Sanktionen gegen die deutsche Erdgasspeicher Peissen GmbH, die den viertgrößten Erdgasspeicher Europas in Sachsen-Anhalt managt. Einen entsprechenden Erlass habe Regierungschef Michail Mischustin bereits am 30. September unterzeichnet, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Montag.

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Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina auf, die von der Erdgasspeicher Peissen GmbH gemanagt wird. Mit dem Namen sollte die russische Zarin Katharina II gewürdigt werden. © picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert

Gaskrise: Russische Sanktionen gegen deutschen Erdgasspeicher

Das Unternehmen Erdgasspeicher Peissen GmbH gehörte bis kurz nach Ausbruch des Kriegs zur Hälfte dem russischen Energieversorger Gazprom, dessen Anteile wurden dann aber treuhänderisch von der Bundesnetzagentur übernommen. Die Erdgasspeicher Peissen GmbH managt den Gasspeicher „Katharina“ in Sachsen-Anhalt.

Das nach der russischen Zarin Katharina der Großen benannte Lager soll in seiner Endausbaustufe - geplant 2025 - 600 Millionen Kubikmeter Gas beherbergen können. Damit ist er Medienberichten zufolge der viertgrößte Erdgasspeicher Europas. Eigenen Angaben zufolge entspräche die tägliche Leistung des Speichers dann der Energie, die eine Solaranlage mit der Fläche von 100.000.000 Quadratmetern - umgerechnet 14.000 Fußballfeldern - erzeugt, teilte die Peissen GmbH auf ihrer Homepage mit.

Gegensanktionen nach treuhänderischer Übernahme der Gazprom-Tochtergesellschaft durch Bundesregierung

Da Gazprom nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Befüllung des Speichers nicht mehr vorantrieb, griff die Bundesregierung ein, um einer Gasmangellage vorzubeugen. Moskau sprach nach der treuhänderischen Übernahme der deutschen Gazprom-Tochtergesellschaften von einer Enteignung. Russland hat mit Gegensanktionen reagiert. Vor der Erdgasspeicher Peissen GmbH setzte die Regierung schon Gazprom Germania auf die Schwarze Liste.

Deutschland hatte neben Gazprom auch die Rohölimporteure Rosneft Deutschland und die RN Refining & Marketing GmbH unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur gestellt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. (dpa)

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