Erfahrung bringt Rendite: Bei Fondskauf auf Manager achten

- Vor dem Fondskauf sollten Anleger auch das Management der Gesellschaft unter die Lupe nehmen. Denn je länger ein Manager für ein und denselben Fonds verantwortlich ist, desto besser ist das Anlageergebnis. Das hat eine Studie des Branchendienstes E-Fundresearch ergeben, bei der 4700 Investmentfonds untersucht wurden, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassen sind.

Demnach erzielten Manager, die weniger als zwölf Monate für einen Fonds verantwortlich waren, der Untersuchung zufolge das schlechteste Ergebnis. Sie lagen pro Jahr um 1,4 Prozent unterhalb des jeweiligen Vergleichsindex. Bei einer Amtszeit zwischen einem und fünf Jahren reduzierte sich das Minus auf rund ein Prozent, bei fünf bis zehn Jahren waren es nur noch minus 0,18 Prozent. Das beste Ergebnis schafften die 266 Fonds, deren Manager seit über zehn Jahren für ein und dasselbe Produkt verantwortlich sind. Sie schlugen den jeweiligen Index im Schnitt um 0,45 Prozent pro Jahr.

Die Studie zeigt laut E-Fundresearch, dass sich Anlageerfahrung auszahlt. Fondsmanager, die große Konjunkturschwankungen innerhalb einer Anlageklasse miterlebt hätten, verfügten über einen besseren Erfahrungsschatz und dadurch verbessere sich letztlich auch das Anlageergebnis.

Informationen finden sich im Prospekt oder Internet

"Es ist grundsätzlich positiv für die Anleger, wenn ein Manager seinen Fonds über viele Jahre betreut", sagt auch Beatrix Boutonnet vom Branchendienst Fondstelegramm. Demgegenüber sei eine hohe Fluktuation beim Fondsmanagement meist kein gutes Zeichen. Allerdings könnten Anleger nicht immer einfach feststellen, wie sich das Management eines Fonds zusammensetze. Jedoch gäben immer mehr renommierte Anbieter in ihrem Prospekt detailliert Auskunft über die Leistungsbilanz und den beruflichen Werdegang der Manager. Auch auf den jeweiligen Internet-Seiten werden mitunter Informationen veröffentlicht.

"Erfahrungsgemäß funktioniert das Fondsmanagement umso besser, je eingespielter und erfahrener das Team ist", sagt Karin Baur vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. Bei der Auswahl eines Fonds sollte man dessen Entwicklung der vergangenen fünf Jahre beobachten, ein kürzerer Zeitraum sei wenig aussagekräftig. Ohnehin schafften es die meisten Fondsmanager nicht, den jeweiligen Marktindex zu schlagen. Laut "Finanztest" erreichten im vergangenen Jahr nur 32 von 215 weltweit anlegenden Aktienfonds das Ergebnis des Weltaktienindex MSCI.

Für vorsichtige Anleger, die von den Marktchancen profitieren wollen, können so genannte Indexfonds eine Alternative sein. Sie bilden den jeweiligen Index und seine Entwicklung genau ab. Es gibt solche Fonds etwa für den Dax, den europäischen Euro Stoxx 50 oder den MSCI World. Indexfonds werden passiv gemanagt, das heißt, die persönlichen Erwartungen eines Fondsmanagers spielen hier keine Rolle. Besonderer Vorteil: Es wird kein Ausgabeaufschlag fällig, der bei Aktienfonds schon mal fünf Prozent beträgt. Auf die übliche Verwaltungsgebühr, die je nach Anbieter rund 0,5 Prozent beträgt, wird allerdings nicht verzichtet.

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