Erfolge im Kampf gegen hohe Gaspreise

- Bonn/München - Der Kampf des Bundeskartellamts gegen die jüngste Welle von Gaspreiserhöhungen zeigt erste Erfolge. Kartellamtspräsident Ulf Böge teilte mit, zwei von fünf im Dezember eingeleitete Missbrauchsverfahren gegen überregionale Anbieter hätten nach Zugeständnissen der Versorger eingestellt werden können.

Insgesamt seien von den Wettbewerbshütern in Bund und Ländern inzwischen 110 Gasversorger überprüft worden, rund ein Siebtel aller Versorger in Deutschland, berichtete Böge. In den meisten Fällen hätten die Unternehmen angekündigt, bis 30. Juni auf Preiserhöhungen zu verzichten, oder angekündigte Erhöhungen deutlich gesenkt. Für die Verbraucher bedeute das, dass ihnen Preiserhöhungen im Volumen eines dreistelligen Euro-Millionen-Betrags erspart blieben. Das Kartellamt habe inzwischen Ermittlungen gegen zwei weitere, in Nordrhein-Westfalen ansässige Anbieter aufgenommen.<BR><BR>Ende vergangenen Jahres hatten Gasversorger auf breiter Front Preiserhöhungen zum Teil um zweistellige Prozentbeträge angekündigt. Begründet wurde das mit den gestiegenen Ölpreisen, an die der Gaspreis formell gekoppelt ist. Das Bundeskartellamt macht allerdings geltend, dass bei der Belieferung der Haushalte der Ölpreis nur relativ wenig zu den Gesamtkosten beiträgt, da Netz-, Kapital- und Arbeitskosten eine entscheidende Rolle spielten. Böge hält die Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis für nicht transparent und überholt.<BR><BR>Das Bundeskartellamt hatte Verfahren gegen die fünf teuersten, über Ländergrenzen hinaus tätigen Versorger eingeleitet. Böge berichtete, die zum Eon-Konzern gehörende Thüga AG Erdgas Allgäu-Oberschwaben als auch die EnBW Ostwürttemberg Donau/Ries hätten zugesagt, auf die geplante Weitergabe von Bezugspreiserhöhungen zu verzichten. Für ein Einfamilienhaus bedeute das jeweils eine jährliche Ersparnis von 90 Euro. Die Thüga habe zudem angekündigt, spätestens zum 1. Oktober einen nicht von der Ölpreisentwicklung abhängigen Festpreis-Sondertarif einzuführen. Böge sieht darin ein Signal auch für andere Versorger.<BR><BR>Parallel zu den Verfahren wegen überhöhter Preise kämpft das Bundeskartellamt weiterhin gegen langfristige Lieferverträge. Gut drei Viertel des Gasabsatzes an Stadtwerke seien langfristig an die etablierten Importeure gebunden. Das verhindere Wettbewerb durch potenzielle neue Anbieter wie zum Beispiel internationale Öl- und Gasgesellschaften, meinte Böge.<P><BR> </P>

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