Erhebliches Preisgefälle bei Stromversorgern

Heidelberg - Deutschlands Stromverbraucher können auch nach der jüngsten Preisrunde von einem erheblichen Preisgefälle unter den Stromanbietern profitieren.

Wie Thomas Stollberger vom Verbraucherportal Verivox in Heidelberg mitteilte, bieten die Stadtwerke Gronau (Westfalen) den günstigsten Tarif in der Grundversorgung mit 673 Euro.

Die Stadtwerke Wolfen (Sachsen-Anhalt) sind dagegen mit 1035 Euro um fast 54 Prozent teurer. Im Schnitt zahlen Verbraucher in Deutschland 829 Euro bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr.

Das Branchenportal rechnet damit, dass knapp 300 Versorger zum Jahreswechsel die Strompreise erhöhen werden. Dies sei die dritte Erhöhungswelle innerhalb der vergangenen sechs Monate. Die Tarifsteigerungen könnten so hoch wie zuletzt zum 1. Juli und 1. Oktober 2007 ausfallen. Zu diesen Terminen hatten fast 200 Versorger den Strompreis um durchschnittlich sieben bis acht Prozent angehoben. (dpa)

Vergangene Woche hatte E.ON angekündigt, die Strompreise zum Jahreswechsel zwischen 7,1 und 9,9 Prozent zu erhöhen. Konkurrent RWE plant eine Strompreiserhöhung um durchschnittlich 6,6 Prozent. Vattenfall Europe hatte den Strom in Berlin zum 1. Juli durchschnittlich um 6,5 Prozent und in Hamburg um 7,2 Prozent verteuert.

Erst vor wenigen Monaten ist die staatliche Strom-Preisaufsicht für den Bereich der Privathaushalte weggefallen. Seit dem 1. Juli 2007 benötigen die Energiekonzerne für Preisanhebungen in diesem Bereich von den Wirtschaftsministerien der Länder keine Genehmigungen mehr. Das Bundeskartellamt will die Preisentwicklung genau beobachten. Nach den Plänen von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sollen die Energieversorger dem Kartellamt künftig beweisen, dass kein Preismissbrauch vorliegt. Bisher ist dies umgekehrt.

Verivox rät Verbrauchern zum Anbieterwechsel. Eine Kleinfamilie mit einem Verbrauch von jährlich 4000 Kilowattstunden könne damit im kommenden Jahr im Schnitt 190 Euro sparen, heißt es in der Mitteilung - abhängig vom Wohnort. Die maximale Einsparmöglichkeit liege bei knapp 400 Euro. "In Berlin liegt das Sparpotenzial bei einem Wechsel aus der Grundversorgung derzeit bei 205 Euro, in Hamburg bei 199 Euro und in Leipzig sogar bei 322 Euro."

Bei alternativen Stromversorgern zahlen Kunden durchschnittlich 692 Euro ohne Vorkasse. Mit 639 Euro seien die Angebote mit Vorkasse deutlich günstiger. In Deutschland gibt es laut Verivox mehr als 900 Stromversorger.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wachstum mit Mietsoftware verhilft SAP zu deutlichem Plus
Mit dem Umbau seines Geschäftsmodells hin zu mehr Mietsoftware wollte der Softwarekonzern SAP unabhängiger von den schwankenden Lizenzeinnahmen werden. Der Plan scheint …
Wachstum mit Mietsoftware verhilft SAP zu deutlichem Plus
Australien und Japan wollen TTP retten
Sydney - Nach dem Ausstieg der USA aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP will Australien in die Bresche springen, um das Abkommen zu retten. Auch Japan hofft …
Australien und Japan wollen TTP retten
Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich
New York - Für das kriselnde Online-Urgestein Yahoo reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Der Verkauf an Verizon ist noch immer nicht in trockenen Tüchern.
Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich
Trump: Steuern senken und Firmenumzüge nach Mexiko bestrafen
Der neue US-Präsident stellt den Freihandel in Nordamerika in Frage und will Importe aus Mexiko mit Strafzöllen belegen. Das Nachbarland legt sich schon einmal seine …
Trump: Steuern senken und Firmenumzüge nach Mexiko bestrafen

Kommentare