EZB erhöht Leitzins auf 4,25 Prozent

Frankfurt/Main - Im Kampf gegen die Rekordinflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euro-Raum erhöht.

Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft steigt von 4,00 auf 4,25 Prozent, wie der Rat der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Es ist die erste Zinserhöhung der EZB seit Juni 2007. Vor der EZB-Sitzung hatten europäische Regierungschefs und Gewerkschafter vor einem Zinsschritt nach oben gewarnt, weil er die Konjunktur dämpfen könnte. Das Zinsniveau liegt so hoch wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr.

Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet hatte bereits Anfang Juni mit ungewöhnlich deutlichen Worten eine Zinsanhebung signalisiert. Die Notenbank ist besorgt über die hohe Inflation im Euro-Raum: Im Juni erreichte die jährliche Teuerungsrate infolge hoher Öl- und Nahrungsmittelpreise mit 4,0 Prozent den höchsten Stand seit Einführung des Euro am 1. Januar 1999. Das ist doppelt so hoch wie das Ziel von 2,0 Prozent, bei dem die EZB Preisstabilität definiert.

Höhere Zinsen helfen im Kampf gegen die Inflation, weil Kredite teurer werden. Kritiker warnen, steigende Zinsen könnten hunderttausende Arbeitsplätze gefährden. Ungeachtet der Kritik setzt die EZB mit der Zinserhöhung ihren bisherigen Kurs fort: Wegen der Finanzmarktkrise hatte die Notenbank auf einen bereits für den vergangenen Sommer geplanten Zinsschritt nach oben verzichtet. Eine neue Serie von Zinserhöhung steht aber nach Aussagen von EZB- Ratsmitgliedern nicht bevor. Ökonomen rechnen mit konstanten Zinsen bis Ende 2008. EZB-Präsident Trichet will die Entscheidung vom Donnerstag während einer Pressekonferenz am Nachmittag erläutern.

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