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Wer bei geschlossenen Fonds einsteigt, bekommt zumeist für eine Mindestsumme von 10 000 Euro einen Teil an einem bestimmten Projekt – mit Rechten und Pflichten.

Serie Geldanlage - heute: Beteiligungen

Der Schlüssel zur optimalen Geldanlage liegt in der Vermögensaufteilung. Heute stellen wir in unserer Serie Beteiligungen vor.

In den Jahren vor der Finanzkrise erlebten Kapitalanlagen in geschlossene Beteiligungen einen großen Boom. Grund war damals in erster Linie der weltweite Konjunkturboom, der die Nachfrage an Schiffsbeteiligungen, Flugzeugleasing, Medienfonds oder klassischen Immobilienbeteiligungen stark steigen ließ. Die Krise selbst bereitete vielen Beteiligungen große Probleme und so hält sich die Investitionsbereitschaft auch heute noch in Grenzen. Dennoch bleiben Beteiligungen eine Anlageform, mit der die Gesamtrendite des Vermögens gesteigert werden kann.

Offene und

geschlossene Fonds

Während offene Immobilienfonds jederzeit auch in kleinen Beträgen ge- und wieder verkauft werden können, steht bei geschlossenen Beteiligungen eine langfristige Anlagestrategie im Vordergrund. Hier erwirbt der Anleger für einen im Vorfeld festgelegten Betrag Anteile an einem konkreten Investitionsvorhaben. Der Mindestanlagebetrag liegt hier bei etwa 10 000 Euro. Ist die festgelegte Investitionssumme eingesammelt, wird die Beteiligung „geschlossen“. Die Anteile selbst sind vor Fälligkeit nur schwer zu veräußern. Bei offenen Fonds steht eine breite Streuung in mehrere verschiedene Objekte im Vordergrund.

Wie funktioniert

die Anlage?

Bei Beteiligungen sucht sich der Investor im Vorfeld ein konkretes Anlageobjekt aus, in das er investieren möchte. Mit dem Investitionsbetrag zeichnet er dann entsprechende Anteile und wird Teileigentümer des Vorhabens. Hauptziel ist es, dass durch laufende Erträge aus dem Objekt eine überdurchschnittliche Rendite gezahlt wird. Wird der Fonds aufgelöst, erhält der Anteilseigner seinen Teil des Verkaufserlöses zurück. Risiken sind, dass die Erträge geringer ausfallen als erwartet, der Verkaufserlös geringer ist als das eingesetzte Kapital (Totalverlust möglich), und ein vorzeitiger Verkauf nicht immer möglich ist.

Arten von

Beteiligungen

Schiffsbeteiligungen kaufen mit dem gezeichneten Kapital Containerschiffe oder große Tanker. Die Besonderheit ist, dass die Erträge aus diesen Fonds durch eine besondere steuerliche Behandlung (Tonnagesteuer) ausgezeichnet sind. Geschlossene Immobilienfonds setzen zumeist auf Büro- und Gewerbeimmobilien sowie Wohngebäude im In- und Ausland. Bei ausländischen Immobilien hat der Anleger durch das Doppelbesteuerungsabkommen in vielen Fällen Vorteile. Medienfonds waren früher sehr beliebt, spielen heute aber seit dem Wegfall der Steuervorteile keine große Rolle mehr. Mit dem gezeichneten Kapital wurden große Filmprojekte finanziert. Private-Equity-Fonds investieren das Geld der Anleger in Firmen, um sie später mal mit Gewinn an die Börse zu bringen. Da der Verkaufserlös schwer planbar ist, eignen sich diese Fonds auch nur für risikobereite Anleger. Weitere Beispiele sind Lebensversicherungsfonds, Flugzeugfonds oder New-Energy-Fonds.

Wie man beim

Kauf vorgeht

Wer den Kauf einer geschlossenen Beteiligung plant, sollte sich vorher genau über das Investment informieren. Neben einer ausführlichen Beratung durch einen Experten ist es unbedingt erforderlich, den Verkaufsprospekt genau zu lesen. Dort müssen alle Details entsprechend aufbereitet sein. Ergänzend hierzu sollte man die Leistungsbilanz und den Geschäftsbericht des Initiators aufmerksam lesen. Sie liefern Details darüber, welche Objekte bisher besser oder schlechter als geplant liefen, wie der Initiator wirtschaftet und ob die Prognoserechnungen bisher eingehalten wurden. Ein wichtiges Entscheidungskriterium können auch die anfallenden Gebühren für den Initiator sein. Bei der Objektauswahl sollte man nur auf Top-Standorte setzen (Immobilienbeteiligungen) und wenn möglich immer auch einen neutralen Experten befragen.

Verkauf

von Anteilen

Weniger einfach ist die vorzeitige Veräußerung. In manchen Fällen ist dies überhaupt nicht möglich oder nur mit entsprechenden Abschlägen. Grundsätzlich bieten sich folgende Wege an: Rückgabe an den Initiator: Dieser verkauft die Anteile, falls eine entsprechende Nachfrage besteht, an andere Interessenten. Verkauf über die Börse: Die Börsen in Hamburg, Berlin und München haben dafür mittlerweile eine Plattform geschaffen. Private Anzeige im Internet oder einer Zeitung: Einige Beteiligungen sind mit einem Rückgaberecht ausgestattet. In diesem Fall ist ein schneller Verkauf an den Initiator möglich.

Steuerliche

Behandlung

Je nach Rechtsform und Vorhaben hat der Anleger die Erträge entweder als „Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung“ oder als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ zu versteuern. Beteiligungen als „Klassische Steuersparmodelle“ gibt es seit einer entsprechenden Gesetzesänderung seit 2005 nicht mehr.

Fazit und

aktuelle Strategie

Grundsätzlich sollten den Vermögensbaustein „Beteiligungen“ aufgrund der langen Laufzeit, der schweren Veräußerbarkeit und der unsicheren Projektprognosen nur risikobereite Anleger in Erwägung ziehen. Er sollte 20 Prozent des Gesamtvermögens nicht überschreiten. Bei der Anlage ist zu beachten, dass bei mehreren Beteiligungen auch eine entsprechende Streuung vorhanden ist.

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