Ermittler durchsuchen Standorte

Staatsanwalt ermittelt gegen EADS-Mitarbeiter

München - Sind beim Verkauf von Eurofighter-Jets nach Österreich Bestechungsgelder geflossen? Nach österreichischen Behörden wird jetzt die Münchner Staatsanwaltschaft aktiv - auch beim Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen EADS-Mitarbeiter wegen des Verdachts der Bestechung. Hintergrund ist der Verkauf von Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter an Österreich. Wie ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Mittwoch sagte, seien die Verfahren nach Hinweisen von Kollegen aus Wien eingeleitet worden. „Wir stehen noch relativ am Anfang“, sagte der Sprecher. Insgesamt werde gegen 10 bis 15 Beschuldigte ermittelt. Am Dienstag hatte es in Deutschland, Österreich und der Schweiz Durchsuchungen gegeben.

EADS äußerte sich am Mittwoch nicht zum Inhalt, bestätigte aber, dass es Ermittlungen gibt. „Wir unterstützen die Behörden“, sagte ein Sprecher, machte aber mit Hinweis auf das laufende Verfahren keine weiteren Angaben. Nach dpa-Informationen durchsuchten die Ermittler am Dienstag auch die EADS-Zentrale in Ottobrunn bei München, sowie andere deutsche Standorte. Auch in der Schweiz gab es Aktionen. Dabei wurden zahlreiche Akten beschlagnahmt. Die Auswertung werde Monate dauern, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in München.

In Österreich wird seit langem vermutet, dass bei dem umstrittenen milliardenteuren Kauf von Eurofightern während der Regierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel Schmiergelder geflossen sein könnten. Bislang ermittelten österreichische Behörden unter anderem gegen den damaligen Verteidigungsminister Herbert Scheibner (FPÖ), der über Umwege Geld vom Unternehmen erhalten haben soll. Die Affäre beschäftigt Ermittler in der Alpenrepublik bereits seit Jahren.

Zur möglichen Höhe der Bestechungsgelder machte der Sprecher der deutschen Ermittler keine Angaben. Allerdings wies er darauf hin, dass öffentlich kursierende Zahlen mit Vorsicht zu genießen seien. In Österreich ist von Summen im dreistelligen Millionenbereich die Rede.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Boeing vertagt Entscheidung über neuen Passagierjet
London (dpa) - Der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing lässt sich mit der seit Jahren diskutierten Entwicklung eines mittelgroßen Passagierjets noch länger Zeit.
Boeing vertagt Entscheidung über neuen Passagierjet
Kunde freut sich auf Pizza „Grande“ und erlebt herbe Enttäuschung
Eine richtig große Spinatpizza wollte sich ein Twitter-User gönnen und besorgte sich eine Tiefkühlpizza von Dr. Oetker mit dem verheißungsvollen Namen „Grande“. Als er …
Kunde freut sich auf Pizza „Grande“ und erlebt herbe Enttäuschung
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit
Bei Aldi Süd kaufte sich eine Kundin einen Snack für die Mittagspause. Doch was sie darin fand, verdarb ihr gründlich den Appetit. „Einfach nur ekelhaft“, schimpft sie …
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit
Post will Zusteller vom Vorruhestand ausschließen
Bonn (dpa) - Bei der Deutschen Post gibt es Streit darüber, welche Beschäftigten an dem Vorruhestandsprogramm für Beamte teilnehmen dürfen.
Post will Zusteller vom Vorruhestand ausschließen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.