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Uwe Laue, Generaldirektor der Debeka Versicherung, stritt die Vorwürfe nicht ab.

Betroffen sind angehende Beamte

Datenhandels-Vorwürfe: Ermittlungen gegen Debeka

Koblenz - Die Koblenzer Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe des illegalen Datenhandels gegen die Debeka Versicherung. Es geht um den mutmaßlichen Kauf von Adressen in großem Stil.

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe des illegalen Datenhandels gegen die Debeka Versicherung. Es geht dabei um den mutmaßlichen Kauf von Adressen angehender Beamte in großem Stil, um auf diese Weise einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Medienberichte über dieses Vorgehen würden nun daraufhin überprüft, ob sie den Anfangsverdacht von verfolgbaren Straftaten enthielten, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Koblenz mit. Über die Vorwürfe hatte zuerst das „Handelsblatt“ berichtet.

Die Debeka hatte bereits am vergangenen Donnerstag in einer Mitteilung Verfehlungen in den 1980er und 1990er Jahren eingeräumt. Vertriebsmitarbeiter hätten auf eigene Rechnung Adressen potenzieller Kunden erworben, die zwischen Mitarbeitern weiter verteilt worden seien. Auch der damaligen Führungsmannschaft des Unternehmens habe die Sensibilität für diese datenschutzrechtliche Thematik gefehlt. „Und in diese Selbstkritik schließe ich mich ausdrücklich mit ein“, wurde Debeka-Vorstandschef Uwe Laue zitiert.

Pro Adresse sechsstelliger Bußgeld-Betrag möglich

Als Konsequenz führte die Versicherung neue Verhaltensrichtlinien für ihre rund 17 000 Mitarbeiter ein. Damit solle mögliches Fehlverhalten in der Zukunft sanktioniert werden. Die Debeka lehne Geschäfte mit Adresshändlern schon immer ab.

Mittlerweile hat auch die Behörde des rheinland-pfälzischen Datenschutzbeauftragten Edgar Wagner ein Verfahren „wegen Verdachts strafbaren Datenhandels“ gegen die Koblenzer Versicherungsgruppe eingeleitet. Dem Unternehmen sei Gelegenheit gegeben worden, das Vorgehen zu erklären, teilte der Landesdatenschutzbeauftragte mit.

„Wir stehen in Kontakt mit der Debeka“, sagte Stefan Brink, Mitarbeiter der Datenschutzaufsichtsbehörde, am Montag. Sollte es tatsächlich Verletzungen des Datenschutzes gegeben haben, könne ein Bußgeld von bis zu 300 000 Euro je Einzelfall verhängt werden. Wenn es sich um vorsätzliche Verletzungen mit einer „Gewinnmaximierungs-Absicht“ gehandelt habe, dann wäre es sogar eine Straftat.

dpa

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