Ermittlungen gegen Familie des Heros-Chefs

- Hannover - Im Betrugsskandal beim Geldtransport-Unternehmen Heros steht nun auch die Familie des verhafteten Firmengründers Karl-Heinz Weis im Visier der Fahnder. Insgesamt geht es beim Heros-Betrugsskandal um einen Schaden von weit mehr als 300 Millionen Euro.

"Wir ermitteln gegen seine Ehefrau, seine beiden Töchter und den Steuerberater der Familie wegen des Verdachts der Geldwäsche", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Hans-Jürgen Lendeckel, und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Unter anderem sollen mehrere hunderttausend Euro über Schweizer Konten auf ein Treuhandkonto des Steuerberaters geflossen sein.

Große Summen des unterschlagenen Geldes soll Weis direkt an seine Familie weitergegeben haben. Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt die Ehefrau 1,4 Millionen Euro, die Töchter bekamen 580 000 und 180 000 Euro. Von dem Geld seien Fahrzeuge und Immobilien gekauft worden. Um das verschwundene Vermögen zu sichern, beschlagnahmten die Fahnder nach Angaben von Lendeckel 14 hochwertige Autos und vier Motorräder. Überdies ließen die Ermittler Sicherungshypotheken auf mehrere Häuser der Familie eintragen.

Der 57-jährige Weis und drei Mitarbeiter sitzen wegen des Verdachts der Unterschlagung und Untreue in Untersuchungshaft. Bis zu 1000 Firmen sollen geschädigt worden sein. Die Heros-Gruppe hatte nach Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe im Februar Insolvenz angemeldet. Im Juni war die Firma von dem US-Investor Matlin Patterson übernommen worden und wird unter dem Namen SecurLog weitergeführt.

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