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Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking

Ermittlungen gegen Wiedeking erhellen Übernahmedrama

Frankfurt/Stuttgart - Die Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking könnten nach Ansicht von Aktionärsschützern Licht ins Dunkel des Übernahmedramas um VW und Porsche bringen.

“Die ganze Übernahme war wie ein großes Minenfeld“, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marco Cabras. Die größte Übernahme der deutschen Wirtschaftsgeschichte habe sich über Jahre hingezogen. “Da gab es viele Minen, auf die Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter hätten treten können.“ Ob sie aber tatsächlich ihre Informationspflicht verletzt hätten, müssten die Ermittlungen zeigen.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nach Hinweisen der Finanzaufsicht BaFin gegen die frühere Porsche-Führung um Wiedeking. Der Verdacht: Marktmanipulation und unbefugte Weitergabe von Insiderinformationen. Die BaFin prüfe normalerweise alle großen Übernahmen, sagte der DSW-Sprecher. Meist verliefen diese Untersuchungen jedoch im Sande. Dass nun eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft weitergegeben wurde, sei sehr ernst zu nehmen. Bislang könnten die Fälle einer Verurteilung wegen Marktmanipulation in Deutschland jedoch an einer Hand abgezählt werden.

Die Staatsanwaltschaft suche voraussichtlich nach Beweisen, dass es bei Porsche schon vor der Veröffentlichung Pläne gab, auf 75 Prozent aufzustocken und einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit Volkswagen zu schließen, sagte der Spezialist für Kapitalmarktrecht von der Münchener Kanzlei Rotter, Janos Morlin. Porsche hatte dies während der geplanten Übernahme von VW lange dementiert.

Erst im Herbst 2008 hatten die Stuttgarter mitgeteilt, dass sich das Unternehmen neben der Beteiligung von 42,6 Prozent an VW - Stammaktien zusätzlich 31,5 Prozent über Optionen gesichert habe. Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, bei VW die Dreiviertelmehrheit zu erlangen und damit Zugriff auf die VW -Kasse zu erhalten.

Die VW-Aktie war daraufhin auf mehr als 1000 Euro geklettert. Grund waren misslungene Spekulationsgeschäfte. Die dabei geschädigten Investoren hätten kaum Chancen, ihr Geld zurück zu bekommen, sagte Morlin. “In diesem Fall ist die Darstellung von Schadensersatzansprüchen sehr schwierig.“

dpa

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