Erneuerbare Energien weltweit auf Vormarsch

- Peking - Nie zuvor ist weltweit so viel Geld in erneuerbare Energien gesteckt worden wie im vergangenen Jahr. Vor Beginn der internationalen Konferenz für erneuerbare Energien (BIREC 2005) am Montag in Peking berichtete das Worldwatch-Institut von Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar (25,4 Milliarden Euro). Deutschland sei weltweit Marktführer bei der Sonnenenergie. Spanien führe bei Windenergie, Brasilien bei Biobrennstoff und China bei der Wassererhitzung durch Sonnenkollektoren, heißt es in dem Weltbericht zu erneuerbaren Energien, den das REN21-Netzwerk von Regierungen und privaten Organisationen am Sonntag in Peking veröffentlichte.

Zu der zweitägigen Folgekonferenz der "Renewables 2004" in Bonn sind mehr als 1000 Teilnehmer aus über 100 Ländern angereist, darunter Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne). EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sagte: "Erneuerbare Energiequellen zu fördern, ist entscheidend, um sich den weltweiten Herausforderungen wie sichere Energieversorgung und Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes zu stellen." Am Ende der Tagung wollen die Teilnehmer eine Pekinger Erklärung mit der Zusage verabschieden, den Anteil erneuerbarer Energien dringend "bedeutend zu erhöhen".

Weltweit erwärmen heute mehr als 40 Millionen Haushalte ihr Wasser mit Sonnenkollektoren, wie aus dem Bericht hervorgeht. Erneuerbare Energie sei "ein lukratives Geschäft" und ziehe große Unternehmen an, berichtete der Autor Eric Martinot, Forscher des Worldwatch-Instituts und derzeit Dozent an der renommierten Qinghua-Universität in Peking. Die Industrie biete heute 1,7 Millionen überwiegend gut bezahlte Arbeitsplätze. Immer mehr Regierungen machten sich für erneuerbare Energien stark, 48 unterstützten Forschung und Entwicklung aktiv, darunter 14 Entwicklungsländer.

Bevölkerungsreiche Länder wie China, Indien und Brasilien arbeiteten daran, Biomasse zum Betrieb von Fahrzeugen einzusetzen. Die Zahl der weltweiten Solarstromanlagen sei in den vergangenen vier Jahren jeweils um 60 Prozent gestiegen. Mehr als 400 000 Häuserdächer in Japan, Deutschland und den USA hätten Kollektoren. Windenergie wurde 2004 um 28 Prozent ausgebaut, vor allem in Deutschland. Insgesamt seien 33 Milliarden Liter Biobrennstoff produziert worden. Ethanol habe drei Prozent der weltweit 1200 Milliarden Liter Benzin ersetzt, die weltweit verbraucht wurden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwankender Feiertagshandel - Dax knapp im Minus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Donnerstag nach optimistischen Signalen der US-Notenbank Fed launisch präsentiert. Zuletzt stand der deutsche Leitindex 0,10 …
Schwankender Feiertagshandel - Dax knapp im Minus
Fiat Chrysler droht eigenes "Dieselgate"
Déjà-vu? Nach VW hat mit Fiat Chrysler der zweite internationale Autoriese eine Klage der US-Justiz wegen vermeintlichen Abgas-Betrugs am Hals. Auch auf Daimler haben …
Fiat Chrysler droht eigenes "Dieselgate"
Opec vor möglicher Verlängerung des Förderlimits
Der Ölpreis soll steigen - das ist die Absicht der Opec und neuer Verbündeter wie Russland. Bisher reicht die Drosselung der Produktion nur zu einer Stabilisierung. Hält …
Opec vor möglicher Verlängerung des Förderlimits
Hamburger Hafen fällt beim Containerumschlag weiter zurück
Der Hamburger Hafen verliert beim Containerumschlag gegenüber der Konkurrenz an Boden. Für das Gesamtjahr ist nicht mehr als Stagnation zu erwarten.
Hamburger Hafen fällt beim Containerumschlag weiter zurück

Kommentare