Erneut Lokführer-Warnstreiks - Annäherung bei Tarifverhandlungen

München - Berlin/Frankfurt/Main - Wegen Warnstreiks der Lokführer bei der Deutschen Bahn müssen sich Reisende an diesem Dienstag erneut auf erhebliche Behinderungen einstellen. Bundesweit soll von 8.00 bis 11.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag in Frankfurt mitteilte.

Betroffen seien Fern-, Regional- und Güterverkehr, sagte GDL-Chef Manfred Schell dem Nachrichtensender n-tv. Mit dem zweiten Warnstreik binnen sieben Tagen will die kleinste Bahn-Gewerkschaft Druck für ihre Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag machen. In parallel laufenden Tarifverhandlungen der Bahn mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA zeichnete sich am Montag eine Annäherung ab.

Wie es am Mittag aus Verhandlungskreisen in Berlin hieß, sei am frühen Nachmittag voraussichtlich mit einem Ergebnis im Ringen um höhere Einkommen für rund 134000 Bahn-Beschäftigte zu rechnen. Zum Auftakt hatte der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen gesagt, es gebe Signale der Arbeitgeberseite, "dass man über Nacht noch einmal gerechnet hat". Das lasse ein neues, verbessertes Angebot der Bahn erwarten. Der Konzern hat bisher offiziell 3,4 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 450 Euro bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten angeboten. Die Tarifkommission der beiden Gewerkschaften erwartet nach Worten Hansens bei 24 Monaten Laufzeit "eine 6 vor dem Komma". Bei kürzerer Laufzeit könne die Prozentzahl geringer ausfallen.

Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte am Morgen zu den Chancen einer Einigung: "Wir geben die Hoffnung nicht auf. Ich bin optimistisch, dass es noch gelingen kann." In einer zehnstündigen Nachtsitzung bis zum frühen Montagmorgen hatten beide Seiten zunächst keinen Durchbruch erreichen können und die Verhandlungen unterbrochen.

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