Erneut Spekulationen über STADA-Übernahme

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Frankfurt/Main (dpa) - Im milliardenschweren Markt für Nachahmermedikamente haben am Freitag Übernahmegerüchte für Aufsehen gesorgt. Im Mittelpunkt stand einmal mehr der drittgrößte deutsche Generikahersteller STADA.

Branchenführer Teva Pharmaceutical Industries führt einem Bericht der israelischen Tageszeitung "Globes" zufolge Gespräche über den Kauf der STADA Arzneimittel AG aus Bad Vilbel. In unternehmensnahen Kreisen stieß der Bericht auf Skepsis. Sowohl Stada als auch der israelische Teva-Konzern lehnten einen Kommentar ab.

"Das STADA-Management und der Aufsichtsrat mögen Teva nicht wirklich", sagte ein Kenner des Unternehmens am Freitag der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX. Eher sei eine Fusion unter Gleichen mit einem Generikakonkurrenten, bei dem STADA-Vorstandschef Hartmut Retzlaff auf den Chefsessel rückt, vorstellbar, hieß es. STADA-Titel legten am Freitag um 12,57 Prozent auf 36,18 Euro zu. Das Papier hatte nach verhaltenen Aussagen über die Wachstumsaussichten im Juli rund ein Drittel an Wert verloren.

Teva hatte erst Mitte Juli die Konsolidierung in der Generika-Branche mit der Ankündigung einer Milliardenübernahme weiter angeheizt. Die Gesellschaft will für fast 9 Milliarden Dollar den Konkurrenten Barr Pharmaceuticals inklusive Verbindlichkeiten von 1,5 Milliarden Dollar schlucken.

Die gegen den anhaltenden Preis- und Margendruck im Generikageschäft kämpfende STADA AG setzt dagegen weiter auf Unabhängigkeit: "STADA kann und will auch alleine überleben und wird versuchen alles zu tun, um die Selbstständigkeit zu bewahren", hatte STADA-Chef Retzlaff am Mittwoch bei Vorlage der Halbjahreszahlen erklärt. "Wenn jemand STADA übernehmen möchte, dann soll er ein Angebot vorlegen." Derzeit liege aber kein Gebot auf dem Tisch. Vor den Spekulationen brachte es STADA auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,9 Milliarden Euro. Mitte 2007 war das Unternehmen an der Börse noch rund drei Milliarden Euro wert.

Die Bad Vilbeler sind nach den jüngsten Übernahmeankündigungen in der Branche international auf den fünften Platz nach vorne gerutscht. Eine größere Fusion mit einem Konkurrenten wird bei STADA derzeit schon geprüft, verlautete am Freitag aus Branchenkreisen. Erst auf der Hauptversammlung hatte sich das STADA-Management von den Aktionären Options- oder Wandelschuldverschreibungen von bis zu einer Milliarde Euro für größere Zukäufe genehmigen lassen.

In der Branche ist es zuletzt zu zahlreichen Übernahmeofferten gekommen: Der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo will die indische Ranbaxy kaufen. Sanofi-Aventis hat im Juni ein Gebot für die tschechische Zentiva abgegeben. Generika haben zwar erheblich niedrigere Margen als Pharmakonzerne, mit Wachstumsraten von 9 bis 12 Prozent wachsen die Konzerne aber stärker als das Geschäft mit den Originalpräparaten. Zudem weisen sie kaum Risiken auf. Der Weltgenerika-Markt wird nach Branchenschätzungen 2012 auf 120 bis 137 Milliarden Euro nach rund 78 Milliarden Euro im Jahr 2007 steigen.

STADA erzielte im ersten Halbjahr bereits mehr als 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Bis zum ersten Quartal 2009 soll eine größere Übernahme gelingen. In den ersten sechs Monaten hatte STADA bei Generika (fast 69 Prozent des Konzernumsatzes) einen stagnierenden Umsatz verbucht und für die zweite Jahreshälfte "eine gedämpfte Wachstumsdynamik" in Aussicht gestellt.

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