Erneut Streik bei Seat

- Barcelona - Der Arbeitskampf bei der spanischen VolkswagenTochter Seat hat sich zugespitzt. Aus Protest gegen die geplante Streichung von knapp 1350 Stellen legten die Beschäftigten am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen für 24 Stunden die Arbeit nieder. Der Streik sei massiv befolgt worden, teilten die Gewerkschaften mit.

Auf einem Protestmarsch in Barcelona warfen Tausende Seat-Mitarbeiter der Unternehmensführung zudem Unnachgiebigkeit und Arroganz vor. Demonstranten verbrannten eine Puppe, die den VW-Konzern darstellen sollte. Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich fast alle 15 000 Beschäftigten an der Kundgebung. Die Polizei sprach dagegen von rund 7000 Teilnehmern.

Die Seat-Führung nannte den Streik "unverständlich", zumal Volkswagen erst am vergangenen Freitag zusätzliche Investitionen von 700 Millionen Euro angekündigt hatte, um Seat wieder auf Vordermann zu bringen. Streiks und die starre Haltung der Gewerkschaften bei den Verhandlungen über den Stellenabbau gefährdeten diese Investitionen, warnte das Unternehmen. Zudem drohte Seat, bislang gemachte Zugeständnisse bei der sozialen Abfederung der Entlassungen wieder rückgängig zu machen.

Das Unternehmen begründet die geplanten Streichungen mit dem Absatzrückgang. Im Jahr 2000 hatte das Unternehmen noch 516 000 Fahrzeuge produziert. In diesem Jahr könnte diese Zahl auf 390 000 sinken. Infolge des rückläufigen Verkaufs habe Seat beim Personal einen Überhang von 1400 Beschäftigten. Das Unternehmen hatte zunächst angeboten, die Arbeitszeiten und Löhne um zehn Prozent zu kürzen. Als die Gewerkschaften dies ablehnten, legte Seat seine Pläne für einen Abbau von Arbeitsplätzen vor.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tausende Bankkunden beschweren sich bei der Bafin
Viele Bankkunden ärgern sich über steigende Gebühren - und beschweren sich bei der Finanzaufsicht Bafin über ihr Geldinstitut. Zwar gab es 2016 weniger Beschwerden als …
Tausende Bankkunden beschweren sich bei der Bafin
DSW: Kritik auf Hauptversammlungen wird lauter werden
Deutschlands Unternehmen profitieren von niedrigen Zinsen und dem schwachen Euro. Bei vielen laufen die Geschäfte rund. Dennoch dürfte es auf den Hauptversammlungen …
DSW: Kritik auf Hauptversammlungen wird lauter werden
Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Heilbronn - Auf Gewalt und Aggressionen treffen Bahn-Mitarbeiter bei ihrer Arbeit fast jeden Tag. Oft liegt es an alkoholisierten Fahrgästen. Die Gewerkschaft der …
Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Im Februar herrscht auf dem Arbeitsmarkt in der Regel Winterpause - Experten rechnen diesmal allenfalls mit einem leichten Rückgang der Erwerbslosenzahl. Im …
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil

Kommentare