Erholung lässt weiter auf sich warten

Erneuter Kurssturz in China: Dax rutscht leicht ins Minus

Frankfurt am Main - Im Sog der sehr schwachen chinesischen Börsen gab der Dax am frühen Dienstagmorgen erneut nach.

Der Dax hat am Dienstag trotz eines erneut massiven Kursrückgangs an den chinesischen Festlandsbörsen nur etwas tiefer geschlossen. Der deutsche Leitindex endete mit einem Minus von 0,22 Prozent bei 10 915,92 Punkten. Noch besser lief es für den breiteren Markt und vor allem für die Technologiewerte. Der MDax stieg um 0,11 Prozent auf 20 721,66 Punkte. Der TecDax rückte sogar um 0,92 Prozent auf 1780,47 Punkte vor.

Am Morgen hatten neue Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten auch die hiesigen Börsen etwas in Mitleidenschaft gezogen. Spekulationen um einen langsamen Rückzug staatlicher Finanzhilfen, Sorgen um eine weitere Abwertung der chinesischen Währung sowie schlechte Konjunkturaussichten hatten die Börsen im Reich der Mitte wieder einmal mächtig unter Druck gesetzt.

Dass sich der DAX diesem Abwärtssog - anders als in der jüngeren Vergangenheit - weitgehend entzogen habe, sei ein starkes Zeichen, kommentierte Analyst Jens Klatt von DailyFX. Dies spreche eher dafür, dass der Leitindex zurück über die psychologisch wichtige 11 000er Marke steige, als noch weiter nach unten abzudriften. Dass sich der deutsche Leitindex vom China-Einbruch nicht habe mitreißen lassen, sei auch dem schwächeren Euro geschuldet, sagte ein Händler.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien des Stahlkonzerns ThyssenKrupp im Fokus. Sie gaben um 2,49 Prozent nach und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Dax. Fallende Rohstoffpreise hatten die Papiere von Metall-Unternehmen weltweit belastet.

Schlusslicht im deutschen Leitindex waren RWE mit einem Rückgang um 3,28 Prozent. Nach den am Donnerstag vorgelegten Geschäftszahlen für das erste Halbjahr hatten sich weitere Analysten skeptisch zu den Aussichten für den Versorger geäußert.

An der Dax-Spitze zogen die Papiere von Merck nach einem positiven Analystenkommentar um 2,49 Prozent an. Das zweite Quartal habe gezeigt, dass sich der Pharma- und Spezialchemiekonzern auf einem guten Weg befinde, schrieb Analyst Simon Baker von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas.

Auch im MDax sorgte eine optimistische Analystenaussage für Aufsehen: Die britische Investmentbank HSBC hatte die Papiere der Gea Group zum Kauf empfohlen. Gea-Aktien zählten zu den Favoriten im Index mit einem Plus von 1,38 Prozent.

Die Aktien des Kupferproduzenten Aurubis verloren hingegen 1,18 Prozent auf 58,61 Euro und zählten damit zu den schlechtesten Werten im Index der mittelgroßen Unternehmen. Der Kupferpreis hatte am vierten Tag in Folge nachgegeben.

Im TecDax schnellten die Anteilscheine des Zahlungsabwicklers Wirecard dank guter Geschäftszahlen mit einem Plus von 8,09 Prozent an die Indexspitze.

Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere wie am Vortag bei 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 139,71 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,03 Prozent auf 154,82 Punkte. Der Eurokurs fiel am Nachmittag leicht auf zuletzt 1,1026 US-Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1060 (Montag: 1,1100) US-Dollar festgesetzt.

dpa

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