Erntehelferregelung brachte Bauern Millionenverluste

- München - Die neue Erntehelferregelung hat den deutschen Bauern im abgelaufenen Jahr nach einer Schätzung von Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Verluste in zweistelliger Millionenhöhe beschert. In genauere Zahlen ließen sich die Verluste zum Jahresabschluss noch nicht fassen, sagte der Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes.

Er verlangte erneut eine Rücknahme der seit 2006 geltenden Regelung, nach der zehn Prozent der Stellen für Saisonarbeitskräfte von deutschen Arbeitslosen besetzt werden müssen. "Die Deutschen sind häufig entweder gar nicht erst gekommen oder nach ein paar Tagen weg geblieben." Dies habe den Bauern gerade bei der "sensiblen" Spargel- und der Erdbeer-Ernte schwer zu schaffen gemacht. Die Regelung habe sich als nicht praktikabel erwiesen.

Betriebe seien teils gezwungen gewesen, den Anbau zu reduzieren. Damit verbunden sei ein Verlust von Arbeitsplätzen in vor- und nachgelagerten Bereichen. Damit schade die Regelung nicht nur den bäuerlichen Betrieben, sondern auch dem heimischen Arbeitsmarkt. An der Landwirtschaft hingen allein in Bayern indirekt weitere 400 000 Arbeitsplätze.

Mit staatlichem Dirigismus verbessere sich die Situation deutscher Arbeitsloser nicht. Vielmehr verschlechterten sich die Wettbewerbsbedingungen der deutschen Landwirtschaft im internationalen Vergleich. "Unternehmen können ins Ausland gehen und dort bei billigeren Löhnen billiger produzieren - den Boden können wir nicht auslagern", sagte Sonnleitner.

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