DAX erreicht höchsten Stand seit Mai 2002

- Frankfurt/Main - Der Leitindex DAX hat am Mittwoch erneut zum Höhenflug angesetzt und dabei den höchsten Stand seit Mai 2002 erreicht. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer stieg im Tagesverlauf bis auf 5052,35 Punkte und beendete den Handel schließlich mit plus 1,67 Prozent auf 5048,74 Zähler. Der MDAX der mittelgroßen Werte gewann 1,00 Prozent auf 7068,95 Punkte. Der Technologie-Index TecDAX kletterte um 0,01 Prozent auf 604,34 Zähler.

"Der Markt ist nach wie vor sehr positiv gestimmt. Es scheint, als wolle er unbedingt nach oben", sagte ein Händler. Stützend wirkten dabei die positiven Vorgaben der US-Börsen, die am Mittwoch nach positiv aufgenommenen US-Konjunkturdaten mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet waren.

Im Blickpunkt stand an diesem Tag die DaimlerChrysler-Aktie. Der Konzern will bei der Mercedes Car Group in Deutschland 8500 Stellen abbauen, das wurde wenige Minuten vor Börsenschluss vom Unternehmen angekündigt. Zuvor hatte es bereits Presseberichte darüber gegeben, so dass sich dies nach Händlerangaben bereits in der Kursentwicklung niederschlug. "Es ist zwar zynisch, aber das treibt die Aktie an", sagte ein Händler mit Blick auf einen Stellenabbau. Das Papier gewann 3,92 Prozent auf 45,65 Euro und war damit bester Wert im DAX. Die Aufwendungen im Personalbereich wird das Konzernergebnis insgesamt mit 950 Millionen Euro belasten. Der größere Teil davon soll im vierten Quartal verbucht werden. DaimlerChrysler bestätigte trotzdem die Gewinnprognose für 2005.

Münchener-Rück-Titel stiegen trotz angehobener Schadenschätzung nach den jüngsten Wirbelstürmen in den USA um 1,71 Prozent auf 94,71 Euro. Die Schadenschätzung für den Hurrikan "Katrina" sei zwar drastisch erhöht worden, insgesamt habe die Prognose aber positiv überrascht, hieß es an der Börse.

Allianz-Aktien kletterten um 3,77 Prozent auf 111,40 Euro und lagen damit auf Platz zwei der Gewinner im DAX. Die Deutsche Bank hob ihr Anlageurteil auf "Kaufen" an und begründete dies damit, dass ungeachtet der zunächst belastenden Übernahme der restlichen Anteile der italienischen RAS die umgesetzten Umstrukturierungen Investoren anlocken dürften. Zudem plant der Allianz-Konzern einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zufolge eine grundlegende Neuausrichtung der Dresdner Bank. Nach positiven Analystenkommentaren gewannen Titel der Deutschen Bank 2,64 Prozent auf 77,85 Euro.

Die zuletzt unterdurchschnittlich gelaufenen Infineon-Aktien gewannen 2,83 Prozent auf 7,99 Euro. Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co machte zwei Gründe für das Kursplus aus: So stütze die Nachricht, dass Infineon auch nach der Übernahme der Handy-Sparte von Siemens durch den taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ langfristig zentraler Zulieferer bleiben soll. Zudem wollen der Münchner Chiphersteller und sein Partner Nanya aus Taiwan ihr Gemeinschaftsunternehmen Inotera im Oktober an die Börse bringen.

Im MDAX brachen Pfleiderer um 8,52 Prozent auf 16,00 Euro ein. Die Übernahme der Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe durch den Möbel- und Bauzulieferer ist ins Stocken geraten. Premiere verloren wegen einer Aktienplatzierung 3,76 Prozent auf 23,57 Euro. Rund sechs Monate nach dem Börsengang haben sich vier Finanzinvestoren von einem Großteil ihrer Aktien wieder getrennt.

Zum Handelsschluss in Europa lagen die US-Börsen im Plus. Der Leitindex Dow Jones stieg um 0,12 Prozent auf 10 468 Punkte, der NASDAQ Composite erhöhte sich um 0,12 Prozent auf 2118 Zähler. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit plus 1,34 Prozent bei 3429,42 Punkten.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,99 (Vortag: 2,98). Der Rentenindex REX sank um 0,04 Prozent auf 122,52 Prozent und der Bund Future verlor 0,04 Prozent auf 122,72 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg leicht: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2037 (Dienstag: 1,2005) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8308 (0,8330) Euro.

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