Wie das Ersparte im Alter weiter wächst

Wer erst zu Rentenbeginn seine Altersvorsorge plant, ist eindeutig zu spät dran. Für eine vernünftige Geldanlage im Alter ist es allerdings nie zu spät. Ob Sofortrente, Bankauszahlplan oder Aktienfonds – unsere Übersicht zeigt, für wen welche Anlagestrategie und welches Angebot sinnvoll ist.

Wer nach jahrzehntelanger Arbeit in Rente geht, will vor allem ohne finanzielle Einschränkungen leben. Viele haben allerdings noch zusätzliche Reserven oder erwarten eine Zahlung etwa aus einer ablaufenden Lebensversicherung. Andere machen noch im Alter eine größere Erbschaft oder verkaufen eine Immobilie. Das Vermögen kann meist noch wachsen – damit es später länger reicht oder sogar für die Erben.

Um das Geld vernünftig anzulegen, sollte jeder zunächst eine persönliche Bilanz aufstellen: Wie steht es um die eigene Altersvorsorge? Welche regelmäßigen Einkünfte sind sicher? Wie werden sich diese entwickeln? Wie viel geht für Steuern und Sozialabgaben weg? Auch Angehörige müssen in dieser Aufstellung berücksichtigt werden: Geht es nur um einen selbst oder leben von dem Geld auch Ehepartner, Lebensgefährten, Kinder oder sogar Enkel?

Vom Ergebnis dieser Bilanz hängt ab, ob man auf eine Sofortrente, einen Bankauszahlplan oder ein Fondsinvestment mit Entnahme setzen sollte. Die Zeitschrift Finanztest hat in der aktuellen Ausgabe die jeweils besten Angebote genau unter die Lupe genommen:

Sofortrente

Wer eine größere Summe in eine Sofortrente investiert, kann damit eine Rentenlücke im Alter schließen. Nur hier ist eine lebenslange Zahlung sicher. Geht es dagegen vor allem um rasche Gewinne, ist eine Sofortrente nicht geeignet. Gewinne gibt es erst, wenn die Kunden überdurchschnittlich alt werden.

65-jährige Männer haben erst nach 20 Jahren ein garantiertes Plus. Bei Frauen, die wegen ihrer längeren Lebenserwartung für gleiches Geld geringere monatliche Zahlungen bekommen, beginnt die Gewinnzone sogar erst nach knapp 22 Jahren. Noch ein wichtiger Hinweis: Für Erben bleibt bei Sofortrenten meist nichts übrig, außer der Kunde hat extra Todesfallleistungen vereinbart.

Insgesamt 72 Angebote hat Finanztest untersucht. Getestet wurden klassische Rentenversicherungen ohne Fondsinvestment. Testkriterien waren die garantierte Rentenzusage, der Anlageerfolg des Versicherers in den vergangenen Jahren sowie die Transparenz und Flexibilität des Angebots.

Die Differenz bei den Rentenzusagen zwischen den Anbietern sieht auf den ersten Blick nicht besonders groß aus. Rechnet man aber etwa bei der Sofortrente für Frauen nach, zahlt der beste Anbieter im Vergleich zum schlechtesten fast eine Rente pro Jahr mehr aus. Die Unterschiede begründet Finanztest mit den jeweiligen Kosten der Versicherer für Vertrieb und Vertragsabschluss.

Bankauszahlpläne

Für Anleger, die eine sichere monatliche Auszahlung für einen bestimmten Zeitraum suchen, können Bankauszahlpläne die richtige Anlagestrategie sein. Aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen sollte das Geld aber nicht zu lange angelegt werden. Das beste Angebot für fünf Jahre biete die Debeka mit einem Zinssatz von 2,8 Prozent, urteilte Finanztest. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren liegt die Alte Leipziger Bauspar mit einer Verzinsung von 3,55 Prozent an der Spitze.

Investmentfonds

Wer im Alter bereits gut abgesichert ist, könne durchaus auf Aktien setzen, empfiehlt Finanztest. So bieten Aktien langfristig die Chance auf deutlich höhere Renditen. Grundsätzlich gilt aber: Aktienanlagen beinhalten auch das Risiko von Verlusten. Um dieses Risiko zu minimieren, setzt Finanztest auf ein simples Grundprinzip: Nach deutlichen Kurssteigerungen werden hohe Beträge aus dem Fondsvermögen entnommen, nach einem Kursrutsch dagegen nur niedrige Summen. Mit dieser Strategie wären Anleger laut Finanztest-Berechnungen sogar gut durch die Börsenturbulenzen der vergangenen Jahre gekommen.

Für Entnahmepläne eignen sich nur Fonds mit einer breiten Länder- und Branchenstreuung. Finanztest empfiehlt vor allem echte Indexfonds auf den globalen oder europäischen Aktienmärkten. Der Vorteil: geringe Kosten und Transparenz. Eine Alternative sind aktiv gemanagte Fonds, die sich stark am Markt orientieren.

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