Erst ein bisschen steif, dann ganz souverän

- Wilmington - Keine zwei Minuten brauchte Jürgen Schrempp im Zeugenstand, da waren die Eckpflöcke seiner Aussage bereits eingeschlagen. Mit drei knappen, aber deutlichen "Neins" wies Schrempp die Vorwürfe der Klägerseite zurück.

<P>War die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler eine getarnte Übernahme? "Nein!" Wollte er die die US-Investmentgesellschaft Tracinda betrügen? "Nein!" Wollte er Chrysler in Wirklichkeit übernehmen? "Nein!" - Das war der fulminante Start, den Daimler-Chryslers Anwälte für ihren Starzeugen zurecht gelegt hatten.</P><P>Schrempp saß nach dem Eid "die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir Gott helfe" zunächst ein bisschen steif im dunklen Anzug im Zeugenstand. Dann lief es immer besser. Schrempp gestikulierte, um die Führungsstrukturen zu erklären, holte weit aus und nahm die Brille ab, um über die Fusionsgespräche zu referieren. Ein paar Mal kam fast etwas Oberlehrerhaftes durch. "Ich sag/s jetzt mal für Laien."<BR><BR>"Das war genau die richtige Mischung - ein bisschen nervös, ein bisschen devot und später ziemlich selbstbewusst", sagte eine amerikanische Reporterin.<BR><BR>Vier Stunden lang lauschte Richter Farnan und verzog kaum die Miene. Fragen an den Zeugen hat er nicht. Auf den hinteren Bänken im Gerichtssaal saßen aber bereits die 16 Anwälte des Klägers Kirk Kerkorian in den Startlöchern. Sie werden Schrempp mächtig in die Zange nehmen.<BR><BR></P>

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