Erste Annäherung im AEG-Konflikt

- Nürnberg - Im AEG-Konflikt haben IG Metall und Electrolux in der sechsten Verhandlungsrunde am Montag erstmals eine Annäherung erzielt. Man habe ein "sehr konstruktives" Gespräch geführt, sagte der Verhandlungsführer des schwedischen Konzerns, Horst Winkler, am Montag nach rund zweieinhalbstündigen Gesprächen. Der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer unterstrich: "Es lohnt, die Gespräche fortzusetzen." Die Verhandlungen wurden unterbrochen und sollten am Nachmittag wieder aufgenommen werden.

Ebenfalls für den Nachmittag war vor dem AEG-Werk eine Solidaritätskundgebung mit rund 4000 Streikenden des öffentlichen Dienstes geplant. Electrolux will das Nürnberger Hausgerätewerk mit 1700 Beschäftigten schließen. Der schwedische Konzern hat für die betroffenen Mitarbeiter bisher Abfindungen und Qualifizierungen im Volumen von rund 100 Millionen Euro angeboten. Die IG Metall fordert das Vierfache. Das Werk wird seit dem 20. Januar bestreikt.

Electrolux-Europachef Winkler, der am Montag erstmals für den Konzern die Verhandlungen führte, sagte, man habe "in einzelnen Themen Fortschritte erzielt". Neugebauer erklärte: "Es hat eine Annäherung gegeben, wenn es auch kleine Schritte waren." Er rechne nicht damit, dass man bereits am Montag ein Ergebnis präsentieren könne, schränkte der Gewerkschaftschef ein. Zum Auftakt der Verhandlungen hatte Neugebauer ein verbessertes Angebot des Konzerns gefordert.

Die IG Metall hatte in der vergangenen Woche verlangt, Electrolux solle einen Verhandlungsführer mit Entscheidungskompetenz an den Konferenztisch entsenden. Dem entsprach der Konzern mit der Berufung Winklers. Daraufhin verständigten sich beide Seiten darauf, vorrangig über das AEG-Stammwerk zu verhandeln. Die Suche nach Lösungen für die vier ausgegründeten Servicegesellschaften Logistik, Ersatzteile, Kundendienst und Vertrieb wurde zurückgestellt. Dabei geht es um die Rückkehr zur Tarifbindung der Metallindustrie. Die AEG-Logistik, zu der Lager in Nürnberg und in Dormagen/NRW gehören, wird seit dem 27. Januar bestreikt.

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