Das erste eigene Geld: So klappt's mit dem Nebenjob

- Kinobesuch 8 Euro, Konzertkarte 70 Euro, neue Jeans 50 Euro: Jung sein ist teuer. Allein für Handytelefonate, SMS, den Internetzugang und andere Kommunikationstechniken geben Jugendliche heute rund die Hälfte ihres Taschengelds aus. Da aber in wirtschaftlich schwachen Zeiten auch die Budgets von Eltern und Großeltern schrumpfen, heißt das für den konsumorientierten Nachwuchs in vielen Fällen: Ein Job muss her! Und zwar ein möglichst gut bezahlter.

"Die wirtschaftliche Krise hat auch die Jugend erreicht", erklärt Claus J. Tully vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Egal ob regelmäßig nach dem Unterricht oder ausschließlich in den großen Ferien - der wissenschaftliche Referent am DJI schätzt, dass gut ein Drittel aller Schüler jobbt. Tendenz steigend.

 Verhandlungssache

Zwischen 118 und 128 Euro verdienen die 15- bis 18-Jährigen monatlich. Da für Jobs in Privathaushalten keine "Tarifverträge" existieren, hängt die Entlohnung der jungen Leute von ihrem persönlichen Verhandlungsgeschick ab. Die Bezahlung für Aushilfstätigkeiten in Familie und Nachbarschaft oder leichte Ferienjobs in der Wirtschaft liegt bei rund 4,50 Euro in der Stunde.

Selbstständig sein

"Den meisten geht es allerdings gar nicht ums Geld", weiß Tully. "Sie wollen selbstständig sein und Verantwortung übernehmen - auch wenn sie noch zu Hause wohnen."

Keine Lasten schleppen

Ab dem dreizehnten Lebensjahr dürfen Kinder - mit Einwilligung der Eltern - leichte Jobs annehmen, wie Zeitungen austragen, Rasen mähen, Babys oder Haustiere betreuen. Verboten für Minderjährige bis 15 Jahre sind alle Tätigkeiten, bei denen sie mit schweren Lasten hantieren müssen. Maximal 7,5 Kilogramm darf der Nachwuchs heben, schleppen, schieben oder ziehen. Akkordarbeit, Schweiß-, Schneid- oder Feuerarbeiten, Jobs in Kühl- und Nassräumen oder Beschäftigungen, die den Umgang mit gefährlichen Chemikalien erfordern, sind bis zum Ende des 17. Lebensjahrs verboten, ebenso die Arbeit an Tankstellen oder in medizinischen Einrichtungen, in denen eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.

Schlafen statt schuften

Täglich nicht länger als zwei Stunden - so lautet die Faustregel für minderjährige Jobber zwischen 13 und 15 Jahren. Auch die Zeit vor dem Schulunterricht und zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens ist für den Zusatzverdienst tabu. Erst wer 15 Jahre und älter ist, darf täglich bis zu acht Stunden, wöchentlich bis zu 40 Stunden jobben gehen. Auch dann gilt jedoch: Zwischen 20 und 6 Uhr sollten die Schüler schlafen statt schuften.

Eigeninitiative gefragt

Großstädter haben die Nase vorn bei der Jobsuche, gibt es doch in ihrem Umfeld meist erheblich mehr Arbeitsangebote als in ländlichen Gegenden. Doch auch Kleinstädter werden fündig, wenn sie ein wenig Geduld und Eigeninitiative mitbringen. Eine gute Anlaufstelle ist die Bundesagentur für Arbeit vor Ort. Oft ist es sinnvoll, sich registrieren zu lassen, um rechtzeitig von passenden Angeboten zu erfahren.

Vitamin B öffnet Türen

Auch in der Tageszeitung oder am schwarzen Brett der Schule können Jugendliche fündig werden. Unserer Zeitung liegt jeden Samstag die Beilage "Beruf und Karriere" bei, im Internet finden Sie weitere Stellenanzeigen. Empfehlenswert sind auch die Seiten www.arbeitsagentur.de, www.schuelerjobs.de und www.jobpilot.de. Auf keinen Fall an Vitamin B - wie Beziehung - sparen: Eltern, erwachsene Bekannte und Freunde, die bereits jobben, haben in der Regel gute Kontakte.

Erfolgreich jobben. Ein Ratgeber der Verbraucherzentralen, erhältlich in allen Beratungsstellen. 9,80 Euro.

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