+
Durch die bekanntgewordene Sicherheitslücke können zumindest theoretisch auf breiter Front Daten abgeschöpft werden. Foto: Ralf Hirschberger

Chip-Schwachstelle

Erste US-Verbraucher verklagen Intel

Santa Clara (dpa) - Nach Bekanntwerden der schwerwiegenden Sicherheitslücke in Computer-Prozessoren gerät der Branchenrise Intel ins Visier erster Klagen von US-Verbrauchern. Sie argumentieren mit Blick auf die entdeckte Schwachstelle, dass ihnen schadhafte Chips verkauft wurden und fordern Wiedergutmachung.

Bis Samstag wurden zunächst drei Klagen in den Bundesstaaten Kalifornien, Indiana und Oregon eingereicht. Sie streben den Status von Sammelklagen an, denen sich weitere Verbraucher anschließen können.

Durch die diese Woche bekanntgewordene Sicherheitslücke können zumindest theoretisch auf breiter Front Daten abgeschöpft werden. Die Schwachstelle steckt in einem branchenweit angewendeten Verfahren, deswegen sind Prozessoren verschiedenster Hersteller betroffen. Forscher demonstrierten, dass es möglich ist, sich Zugang zum Beispiel zu Passwörtern, Krypto-Schlüsseln oder Informationen aus Programmen zu verschaffen. Tech-Firmen sind dabei, die seit Jahren bestehende Lücke so gut es geht mit Software-Aktualisierungen zu stopfen. Komplett kann man das Problem nach Ansicht von Experten aber nur durch einen Austausch der Prozessoren beheben.

Forscher machten zwei Angriffsszenarien aus: Mit "Meltdown" kann man Daten aus dem Betriebssystem abgreifen, mit "Spectre" aus anderen Programmen. Die Kläger schießen sich jetzt zum Teil darauf ein, dass "Meltdown" bisher nur auf Intel-Prozessoren nachgewiesen wurde. Sie verweisen darauf, dass Intel bereits seit Monaten über die Schwachstelle Bescheid wusste, und argumentieren, dass sie sich keinen Computer mit Intel-Chip gekauft oder weniger dafür bezahlt hätten, wenn diese Informationen öffentlich gewesen wären. Die Forscher und die Unternehmen hatten die Offenlegung bis Januar zurückgehalten, um in dieser Zeit Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Intel, Microsoft und Apple betonten, dass nach ihren Erkenntnissen die Schwachstelle noch nicht für Angriffe ausgenutzt worden sei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hammer bei der Deutschen Bahn: Beliebtes Ticket wird abgeschafft
Es war ein Rundum-Ticket für Fahrten in Nahverkehrszügen, Bussen, U- und S-Bahnen: Bei der Deutschen Bahn endet im Sommer eine Ära. 
Hammer bei der Deutschen Bahn: Beliebtes Ticket wird abgeschafft
Die unheimliche Macht von Amazon: Experten mit düsterer Zukunftsprognose
In einer WDR-Dokumentation zeichnet sich ein düsteres Bild der Zukunft ab: Verdrängt Amazon bald alle Mitbewerber und weiß dann wirklich alles über die Kunden?
Die unheimliche Macht von Amazon: Experten mit düsterer Zukunftsprognose
Hersteller warnt: Nicht verzehren! Aldi Süd ruft Produkt wegen Keimen zurück 
Am Dienstagabend kam die Warnung: Bei Aldi wird ein Produkt zurückgerufen, wegen einer möglicherweise gesundheitsgefährdenden Keimbelastung. 
Hersteller warnt: Nicht verzehren! Aldi Süd ruft Produkt wegen Keimen zurück 
Kunden schwer enttäuscht: Aldi-Produkt um 8.02 Uhr schon weg - hier taucht es wieder auf
Bei Aldi Süd gibt es einen Beef Maker im Angebot. Doch der „Beefer“ ist nach zwei Minuten bereits ausverkauft. Die Kunden sind deswegen stinksauer. 
Kunden schwer enttäuscht: Aldi-Produkt um 8.02 Uhr schon weg - hier taucht es wieder auf

Kommentare