Zum ersten Mal in Deutschland: A380 dreht Schleife über Hamburg

- Hamburg - Der neue Airbus-Flugzeuggigant A380 hat erfolgreich seine Deutschland-Premiere gefeiert. Das weltgrößte Passagierflugzeug flog am Samstag zu einer Stippvisite von Toulouse nach Hamburg zum Schwesterwerk, landete aber noch nicht. Airbus kündigte derweil an, neue Stellen in Deutschland zu schaffen.

Noch in diesem Jahr sind 750 neue Stellen geplant

Bei Sonnenschein drehte der erste A380 drei Schleifen im Tiefflug über dem Airbus-Werk Finkenwerder und flog die Elbe entlang. Beim eleganten Überflug des 73 Meter langen Flugzeugriesen brandete unter den Zuschauern Applaus auf; die auf der Elbe fahrenden Schiffe begrüßten den Jet mit lautem Tuten ihrer Signalhörner. In der ganzen Hansestadt und dem südlichen Umland in Niedersachsen konnten mehrere hunderttausend Menschen den Überflug des A380 zumindest aus der Ferne beobachten. Schon am Vormittag hatten sich viele Schaulustige bei Sommerwetter mit Picknick-Decke, Fotoapparat und Fernglas postiert.

Der doppelstöckige Jet wird künftig in Hamburg ausgerüstet, das inzwischen neben Seattle-Everett in den USA und Toulouse in Frankreich zu einem der drei großen Standorte des Flugzeugbaus weltweit avanciert. Von 2007 an werden alle A380 an Kunden in Europa und im Mittleren Osten von Hamburg aus ausgeliefert. Wegen einer Verlängerung der Startbahn auf dem Hamburger Airbus-Gelände für die Frachtversion der A380 wird seit Jahren heftig mit Anwohnern und Umweltschützern gestritten, zuletzt gelang die wesentliche Einigung mit einem Obstbauern.

Bei Airbus liegen bereits Bestellungen über 159 Exemplare des neuen Flugzeugriesen von 16 Kunden zum offiziellen Preis von 292 Millionen Dollar pro Flugzeug vor. Trotz Produktionsverzögerungen laufe das Testprogramm auf vollen Touren, meldete das Unternehmen. Der Airbus A380, der in der Basisversion für mindestens 555 Passagiere ausgelegt ist, soll 2006 erstmals in den Dienst gestellt werden. Seinen Jungfernflug hatte er am 27. April in Toulouse.

Der extrem leise Überflug des doppelstöckigen Giganten erstaunte viele Besucher beim Airbus-Familientag am Samstag. Airbus-Deutschlandchef Gerhard Puttfarcken freute sich: "Das ist für uns alle ein ganz großer Tag, auf den wir stolz sein dürfen." Seit 1998 seien rund 1,5 Milliarden Euro in die neuen Gebäude und Anlagen investiert worden. Die Zahl der Mitarbeiter sei seit 1998 in Hamburg von 7095 um rund 3500 auf 10 575 gewachsen, von denen allein über 2000 nur für die A380-Produktion eingestellt worden seien.

"Und wir werden noch in diesem Jahr weitere 750 Mitarbeiter neu einstellen", kündigte Puttfarcken an. Schon kurzfristig würden 360 Flugzeuge jährlich in Hamburg und Toulouse ausgeliefert werden und mittelfristig "werden es sogar über 400 Airbus-Flugzeuge aller Art pro Jahr werden". Dazu gehören auch der zweistrahlige Airbus A318 und die A340-600, das längste Verkehrsflugzeug der Welt.

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