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Die Deutsche Post schwenkt auf Sparkurs um.

Deutsche Post

Erster Verlust seit der Privatisierung

München/Bonn - Die Deutsche Post hat im Jahr 2008 einen Netto-Verlust von 1,69 Milliarden Euro angehäuft und schwenkt deshalb auf Sparkurs um.

Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mit. Es ist der erste Verlust seit der Privatisierung der früheren Bundespost vor gut zehn Jahren und dem Börsengang im Jahr 2000. Der Umsatz legte leicht um 0,8 Prozent auf 54,4 Milliarden Euro zu.

Nach den schlechten Zahlen für 2008 und angesichts eines anhaltend schwierigen konjunkturellen Umfelds will der Vorstand keine Prognose für 2009 abgeben. Das Unternehmen geht davon aus, dass das laufende Jahr für die Logistikbranche sehr hart wird, wie Vorstandschef Frank Appel erklärte. Der Fokus müsse jetzt mehr denn je auf Kostensenkungen und der Schaffung von Liquidität liegen.

"Nur so wird es uns gelingen, die schwierigen Zeiten, die vor uns liegen, zu meistern", sagte Appel. Bis Ende 2010 sollen mindestens eine Milliarde Euro eingespart werden. Details dazu nannte er nicht.

Trotz des hohen Fehlbetrags sollen die Aktionäre des Logistikkonzerns für 2008 eine Dividende in Höhe von 60 Cent je Aktie erhalten. Im Vorjahr schüttete die Post noch 90 Cent je Aktie aus.

Im vierten Quartal brach der um Einmalbelastungen bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei der Post konjunkturbedingt von 1,044 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 765 Millionen Euro ein. Unterm Strich schlugen nach plus 253 Millionen Euro ein Jahr zuvor nun minus 3,16 Milliarden Euro zu Buche. Der Umsatz schrumpfte zwischen Oktober und Ende Dezember von 14,50 Milliarden Euro vor einem Jahr auf 14,02 Milliarden Euro.

Der Express-Chef der Deutschen Post, John Mullen (53), scheidet überraschend aus. Der Aufsichtsrat berief am Mittwoch in Bonn den 53- jährigen Ken Allen zu seinem Nachfolger. In ihrer Express-Sparte, dem Geschäft mit eiligen Sendungen, hatte die Post in den vergangenen Jahren mit roten Zahlen zu kämpfen. In den USA häuften sich mehrere Milliarden Euro Fehlbetrag an. Mullen war seit 1994 im Konzern tätig.

mm/ap/dpa

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