TUI erwartet 2008 mehr Umsatz und Gewinn

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Hannover (dpa) - Der vor der Aufspaltung stehende Reise- und Schifffahrtskonzern TUI erwartet nach seiner Rückkehr in die schwarzen Zahlen eine weitere Gewinnsteigerung, wie das Unternehmen in Hannover mitteilte.

Im laufenden Jahr sollen die Ergebnisse in Schifffahrt und Touristik unter anderem wegen steigender Frachtraten und höherer Margen weiter wachsen, hieß es. Offen ist jedoch, wie lange noch beide Geschäftsfelder zum Unternehmen gehören. Vorstand und Aufsichtsrat hatten am Montag beschlossen, die Abspaltung der Containerschifffahrt von dem DAX-Konzern vorzubereiten.

Die TUI-Aktie reagierte mit einem Kursplus auf die Nachrichten. Die Aktie kletterte bis 9.30 Uhr in einem freundlichen Marktumfeld um 0,99 Prozent auf 17,31 Euro. Die Zahlen sind nach Einschätzung eines Händlers "auf den ersten Blick besser als erwartet ausgefallen". Auch der Ausblick klinge gut. "Haupttreiber für die Aktie dürfte in den kommenden Tagen aber die Abspaltung von Hapag-Lloyd und deren Zukunft sein."

Der Vorstand erwartet für 2008 eine deutlich Umsatzsteigerung von 21,9 auf 26 Milliarden Euro, davon 19 Milliarden in der Touristik und bis zu 7 Milliarden in der Schifffahrt. Zu der Steigerung dürfte vor allem die erstmalige ganzjährige Vollkonsolidierung der Touristik-Tochter TUI Travel beitragen. Sie war im September 2007 aus der Fusion der TUI-Touristik mit dem britischen Veranstalter First Choice entstanden und ist an der Londoner Börse notiert.

Bis auf die TUI Hotels und Ressorts gehört nun das gesamte Touristik-Geschäft zu TUI Travel. Die Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd, die inzwischen die kanadische Reederei CP Ships integriert hat, soll zudem stärker wachsen als der Markt, der den Erwartungen zufolge um 7 Prozent zulegen dürfte.

Auch die Gewinne sollen im laufenden Jahr in beiden Sparten steigen, Dazu dürften Synergieeffekte in beiden Sparten ebenso beitragen wie steigende Frachtraten im Reedereigeschäft. Zudem sollen die Margen im Pauschalreise-Geschäft wachsen und die Spezialreise-Angebote ausgebaut werden.

Im vergangenen Jahr schrieb die TUI unter dem Strich wieder schwarze Zahlen und verbuchte einen Konzerngewinn von 236,3 Millionen Euro. Im Vorjahr war ein Verlust von 843,4 Millionen Euro verbucht worden. Nach Abzug der Anteile von Minderheitsaktionären bleibt für die TUI-Aktionäre ein Gewinn von 175,1 Millionen Euro nach einem Minus von 890,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (EBITA) wuchs um 47,2 Prozent auf 616,1 Millionen Euro. In der Touristik stieg das bereinigte EBITA um 13,7 Prozent auf 448,9 Millionen Euro. In der Schifffahrt betrug der Zuwachs 120,5 Prozent auf 196,7 Millionen Euro.

2007 hatte der TUI-Konzern, wie bereits am 4. März mitgeteilt, ein Umsatzplus von 6,6 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro erzielt. Während die Erlöse in der Schifffahrt mit 6,2 Milliarden Euro um 0,8 Prozent niedriger ausfielen als ein Jahr zuvor, legte die Touristik auch aufgrund der Fusion mit First Choice zu TUI Travel um 11,0 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro zu. Davon entfielen 1,3 Milliarden Euro auf das Geschäft der ehemaligen First Choice.

TUI Travel verzeichnet derzeit in allen Regionen höhere Buchungsumsätze. Für die laufende Wintersaison liegen sie derzeit in Nordeuropa um 7 Prozent sowie in Mitteleuropa und in Westeuropa um jeweils vier Prozent über den Vorjahreswerten. Für den Sommer verzeichnet das Unternehmen derzeit in Nordeuropa ein Buchungsplus von 9 Prozent, für Mitteleuropa um 6 Prozent und für Westeuropa um 4 Prozent. Die Entwicklung in Mitteleuropa wird dabei von einem zweistelligen Zuwachs der Schweiz getrieben, während Österreich deutliche Rückgänge verbucht. In Deutschland liegt der Buchungsumsatz derzeit um 3 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

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