EZB erwartet weiteres Wirtschafts- wachstum

- Frankfurt/Main - Die Wirtschaft im Euro-Raum wird nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in den nächsten Monaten weiter Fahrt aufnehmen. Die Konjunktur habe zum Jahresende 2005 ihren Schwung weitgehend beibehalten.

Sie werde ihn auch in den ersten Monaten des Jahres 2006 fortsetzen, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht. Die EZB rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,9 Prozent in der Eurozone nach 1,3 Prozent im Vorjahr. Ein Risiko für die Wirtschaft seien aber die hohen und stark schwankenden Ölpreise. Die Notenbank fordert, die Kapazitätsbeschränkungen in der Ölindustrie zu entschärfen.

Dies sei notwendig, damit die Rohölmärkte weniger empfindlich auf Schocks reagierten, heißt es in dem Bericht. Zusätzliche Investitionen würden die Kapazitätsauslastung auf ein Maß zurückbringen, das mit einem normalen Funktionieren der Ölmärkte in Einklang stünde. Die Bank sprach sich auch dafür aus, die Initiativen zur Förderung einer effizienteren Nutzung von Energiequellen zu unterstützen.

Weitere Risiken für die europäische Wirtschaft seien die weltweiten Ungleichgewichte und das geringe Vertrauen der Verbraucher. Dieses habe sich zuletzt aber verbessert. Entsprechend der erwarteten Entwicklung des verfügbaren Einkommens werde der Konsum anziehen.

Die EZB hatte im Dezember vergangenen Jahres ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent und damit zum ersten Mal seit fünf Jahren angehoben. Auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche hatten die Währungshüter den Leitzins unverändert belassen, gleichzeitig aber die Tür für eine weitere Erhöhung offen gelassen. Die Mehrzahl der Ökonomen rechnet im März mit der nächsten Zinserhöhung um weitere 0,25 Prozentpunkte.

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